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 Die aufgeführten Begriffe sind nicht immer vordergründig gnostische Spezialbegriffe. Desgleichen sind die angeführten Artikel nach Notwendigkeit erstellt, also nicht immer bewußt kurz gehalten. Stichworte, die an anderer Stelle ausführlich behandelt werden, sind durch  und Fettdruck gekennzeichnet. Bei der Behandlung allgemeiner Themen haben wir uns nicht immer an die gängigen Versionen gehalten wenn dies nicht zweckdienlich erschien. Bei im Projekt näher ausgeführten Problemen finden Sie ebenfalls einen Hinweis darauf.
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Wichtige Begriffe
Abblider - in der Gnosis (antiker, neuer und moderner übereinstimmend) die Gesamtheit der irdischen und materiellen Phänomene. Der Mensch ist in diese Abbildlichkeit inbegriffen - als Abbild eines seiner selbst mehr oder minder bewußten geistigen Lebens, als Konkretisierung. Alle diese Abbilder, die in ihren Eigenschaften höchst unterschiedlich sind, stellen in ihrer Gesamtheit eine "Enzyklopädie" der im Unendlichen möglichen Daseinsweisen dar. Wie auch die Abbilder im Universum sich als solche nicht verändern, wohl aber innerhalb der eigenen Entität, so verändert sich der Geist auch nicht zu etwas anderem, wohl aber in sich selbst. Es ist also, scherzhaft und bildlich gesprochen, wohl ausgeschlossen, daß Mücken zu Elefanten werden, aber es ist möglich (die Genforschung scheint das zu bestätigen), daß wir uns eines Tages Mücken von Elefantengröße gegenübersehen. Auch nichtintelligente Lebensformen im Universum haben an dieser Abbildlichkeit teil, da Bewußtsein nicht ohne weiteres gleichzusetzen ist mit Intelligenz - es kann zu Intelligenz werden, wenn die Umstände dies begünstigen. Leben verkörpern diese Abbilder aber auf jeden Fall - also auch die sogenannten anorganischen Bestandteile. - Die antike Gnosis hat dieses Leben nur dem Menschen und den Tieren zugesprochen und hat die Abbildlichkeit, um die man wußte, negativ bezeichnet. Das ist falsch, denn dieses Abbildlichkeit ist unabdingbarer Bestandteil des gesamten Prozesses der Bewußtwerdung des Bewußtseins. Es ist also nicht damit getan, die Abbildern zu negieren, sondern der Weg der Bewußtwerdung geht durch die Kenntnis und Erkenntnis der Abbilder hindurch. Für den Menschen bedeutet das ein selbstverständliches Interesse für alles, dem er im Leben begegnet und es bedeutet ferner die Erkenntnis, daß von keiner Erscheinung irgendeine kontaminierende Wirkung ausgehen kann, irgendwelche Berührungsverbote u.ä. also Unsinn sind. An sich ist nichts schlecht oder gut; unsere Handhabung erst macht es dazu, daß es uns nützt oder schadet, kollektiv wie individuell. Die antike Gnosis ist zu diesen Positionen nicht vorgedrungen, sie hat sich mit einer summarischen Weltverachtung und Weltverneinung beschieden. - Neugnostische Richtungen, sofern sie nicht überhaupt in okkultem Kram versackt sind, halten sich im Hinblick auf die Abbildlichkeit des Universums meist indifferent. Die konsequenteste Bejahung finden wir noch bei den Anthroposophen, aber auch hier insofern eingeschränkt, als die vorfindliche Welt als "nieder" klassifiziert wird, was eine unzulässige Wertung ist.
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Abendmahl - neben der Taufe (das zentrale Sakrament des Christentums, geht auf eine Verordnung zurück, die Jesus am Abend vor seiner Kreuzigung getroffen haben soll. Hinter dem Abendmahl wird leicht das jüdische Sabbatmahl sichtbar und zwar in der besonderen Prägung, die es zum Passahfest annahm. Die beiden Sprüche, mit denen Jesus Brot und Wein zu Symbolen seines Leibes und Blutes macht, sind in den Segenssprüchen wiederzuerkennen, die jeder jüdische Hausvater am Sabbat über Brot und Wein ausbringt. So wurden diese Segenssprüche auch bald zu Bestandteilen der christlichen Sakramentsausübung und sind es im katholischen Meßkanon bis heute. Die Abgrenzung vom jüdischen Brauch macht sich indessen bereits in der Formel selbst bemerkbar, da das (auch nur symbolische) Trinken von Blut für den Israeliten eine Unmöglichkeit ist. Das Abendmahl, ursprünglich Teil einer umfangreichen Gemeinschaftsmahlzeit (Agape), wurde bald isoliert und als Zentrum des christlichen Ritus mit einer Vielzahl von liturgischen Handlungen umgeben. - Von den antiken Gnostikern ist bekannt, daß sie ebenfalls ein Abendmahl hielten und dieses ebenfalls auf Jesus zurückführten. Inwieweit hier nur das Brauchtum von doketistischen Gruppen beschrieben wurde, während andere Gruppen diesen Ritus nicht übten, ist nicht mehr zu erschließen. Die Gruppen, gegen die sich das johanneische Schrifttum wendet, scheinen diesen Brauch nicht gekannt zu haben (Fehlen eines Abendmahlsberichtes im Johannestext), die Katharer kannten ihn und haben ihn ausgiebig geübt - allerdings in einer vom katholischen Verständnis schroff unterschiedenen Form. Andererseits sind auch Berichte durchaus eigenständiger "Kommunionen" d.h. Gemeinschaftsmahle kultischen Charakters bekannt, wobei die Glaubwürdigkeit der Berichterstatter aber insoweit eingeschränkt ist, als es sich um christliche Apologeten handelt. - Die katharische Praxis hat ihrerseits wiederum Einfluß auf die christliche Sakramentskultur insoweit gehabt, als sie den Charakter des Gedächtnismahles in die christliche Theologie eingebracht hat ( anstelle des katholischen Opfergedankens), wie er in der reformatorischen Theologie der Schweizer (Zwingli, Calvin und so weiter) dann die Szene bestimmen sollte, während sich die lutherische Reformation an einer Zwitterstellung des Abendmahles zwischen Opfer und Gedächtnis orientierte (Luthers "in, mit und unter"). - Die moderne Gnosis kennt, da sie nichtrituell ist, auch kein Abendmahl oder eine dem verwandte Einrichtung.
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Ägypten - Kultur und Staat aus dem die Gnosis stammt. Ägyptische Topoi lassen sich in allen gnostischen Systemen bis in die Spätzeit nachweisen. Der Gebrauch ägyptischer Worte in der Gnosis ist nur eines der oberflächlicheren Merkmale. Der innere Weg, den der Gnostiker bis zum Einswerden und zur Wiedergeburt geht, entspricht der priesterlichen Ausbildung, die seit den Tagen Imhoteps (um 2650 v.u.Z.) praktiziert wurde. Der Komplex von Sakkaraist zwar eine Demonstration der ägyptischen Staats- und Königsidee, in erster Linie aber eine Veranschaulichung der Gnosis. Die Entdeckung des Traumes als Vermittler des Menschen zwischen seinen verschiedenen Zuständen ist ebenso eine ägyptische Leistung wie die Erforschung des Todes als einer überschreitbaren Schwelle, an der das Leben nicht endet. Ägyptisch ist auch die grundsätzliche Toleranz in der Gnosis und das Bestreben, jede Äußerung des Menschen dahingehend zu prüfen, inwieweit sie auf ihre besondere Weise der Erkenntnis dienen kann. Ägyptisch ist ferner die Vorstellung von einem substantiellen Zusammenhang zwischen dem Menschlichen und dem Göttlichen, das in der antiken Gnosis eine immense, wenn auch nicht immer recht verstandene Rolle spielte.
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Ahriman - der "böse Gott" der persischen ( zoroastrischen)Religion, Gegenspieler des "guten" Ahura Mazda/Ormazd. Durch das Religionssystem des Mani wurde das Modell in die antike Gnosis eingeführt und übernahm dort die Rolle des Demiurgen. Der Zoroastrismus ist unter der Bezeichnung Parsismus eine gegenwärtig in Indien und Pakistan, aber auch im Iran selbst existente Religion.
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Ahura - Mazda - auch Ormazd oder Ormus, der "gute Gott" der zoroastrischen Religion als solcher über das manichäische System in der Gnosis allerdings nur indirekt präsent, da die gnostischen Modelle längst eigene Definitionsmodelle besaßen, die sie auch nicht aufgaben. Er besitzt in der antiken Gnosis nicht dieselbe Bedeutung wie in der Lehre des Zoroaster, wo er eine aktiv handelnde Rolle spielt, während er in der antiken Gnosis in sich ruht.
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Alexandria - Hauptstadt des - hellenisierten - Ägyptens und Sitz der bedeutendsten gnostischen Akademie, Wirkungsstätte von Judas Thomas, Ptolemaios, Valentinus Basileides und vielen anderen gnostischen Lehrern. Student der Schule von Alexandria ist auch jener Apollos, der in den Paulusbriefen und auch in der Apostelgeschichte erwähnt wird. Die Existenz dieser Akademie und ihrer Anhängerschaft ist auch der Grund, warum Paulus die so wichtige Großstadt Alexandria niemals betritt.
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All - in der Gnosis im Unterschied zur physikalischen Definition nicht das Universum, sondern die Gesamtheit des Seins, gleich welcher Struktur und auch unstrukturiert. Das Universum ist Bestandteil dieses Alls. Es bildet das All in seinen verschiedenen Erscheinungen ab und macht es durch seine Konsistenz möglich, im Universum zu Aufschlüssen über das All zu gelangen. Diese Aufschlüsse werden im All wiederum wirksam und wirken auf diese Weise auf das Universum zurück. Es handelt sich bei den beiden Begriffen also nicht um getrennte Bereiche, sondern um ineinander verschränkte Seinszustände.
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Ambivalenz - einer der wichtigsten, aber auch schwierigsten Begriffe der modernen Gnosis. Er besagt kurzgefaßt, daß die Realität einer Sache immer zugleich auch deren Gegenteil als existent (nicht nur hypothetisch) einschließt. Dabei sind diese beiden Möglichkeiten keine Relationen, sondern für sich bestehende Seinszustände. Aus dieser grundsätzlichen Gegebenheit aller Existenz wählt der Mensch - oder auch das Wesen - sein eigenes Konzept, das dann per definitionem für ihn eine eindeutige Dimension erhält und diese auch behält. Diese Wahl selbst ist aber ebenfalls wählbar und kann jederzeit verändert werden. Dadurch entstehen zwar jeweils subjektive Wirklichkeiten, die aber infolge des weitgehend ähnlichen Erfassungsapparates der Menschen größtenteils kongruent erlebt werden. Die stets bestehenden kleinen und großen Unstimmigkeiten in der Erfassung werden dann durch Kommunikation ausgeglichen - je nachdem wie umfassend diese Kommunikation ist, so gut ist auch das Ergebnis. Pur betrachtet steht aber jedes Wesen jeden Augenblick in der Situation, diese Situation jeweils neu definieren zu müssen. Daß das dem Einzelnen nicht so erscheint, beruht darauf, daß jeder bestimmte grundlegende Koordinaten seiner Existenz entweder gewohnheitsmäßig oder auch bewußt dauerhaft definiert. Am sinnfälligsten zeigt sich Ambivalenz als wirkendes Prinzip in der subjektiven Erfahrung, die Teil der Wiedergeburt ist. Die erste Erfahrung ist die eines Menschen, der ins Unendliche fällt - die zweite, dazugehörige, ist ein absolutes und völlig ungefährdetes und auch durch nichts zu gefährdendes Stehenkönnen mitten in diesem Bodenlosen. Beides ist völlig real - das Fallen wie das Stehen und damit sind es auch beide Qualitäten des Seins - aber beides ist zugleich auch imaginativ... und so fort und wem bei diesen Gedanken schwindelig wird, der sollte sich schleunigst in die Ausbildung begeben.
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Anthroposophie - von einigen gnostischen Vorstellungen ausgehende, im Kern katholisch orientierte esoterische Religion, Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts von dem österreichischen Ingenieur Rudolf Steiner begründet. Nähere Erörterungen im Projekt.
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Apollos - in der Apostelgeschichte des Lukas und in verschiedenen Paulusbriefen erwähnter Mann aus Alexandria, über den nur zwei Umstände überliefert werden: er sei Jude gewesen (also ein Angehöriger der größten jüdischen Gemeinschaft außerhalb Israels) und er habe sich in der Lehre Jesu brillant ausgekannt. Interessant ist, daß die christliche Gemeinde um Paulus von Apollos keine Taufe in ihrem Sinne verlangt. Warum Apollos in dieser Schrift erwähnt wird, läßt sich allerdings begründen: er spielt eine wesentliche Rolle bei der Konstituierung der Gemeinde von Korinth, der wohl bedeutendsten unter den Gründungen des Paulus. Daher kann Apg. ihn nicht übergehen, zum anderen kann sie aber auch nicht behaupten, Apollos wäre paulinischer Christ geworden, weil sehr bekannt war, daß der das nie wurde. Über seinen weiteren Werdegang und seine Arbeit ist nichts bekannt.
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Archonten - im Endeffekt geht dieser Begriff zurück auf platonische Philosophie, von der nicht nur das Christentum, sondern auch die sich im Laufe des ersten Jahrhunderts post entwickelnde "akademische" Gnosis sich reichlich bedient haben. Die Sache selbst entwickelte sich in der Gnosis dann ähnlich wie im Platonismus - es entstanden regelrechte Lehrbücher und "Reiseberichte" über diese Archonten, ihre Wesensart und ihren - angeblichen - Regierungsbereich. Die späteren gnostischen Schulen entwickelten dann, nachdem der existentielle Gehalt von Gnosis gegenüber einer ritualistischen Auffassung zurückzutreten begann - etwa im Verlauf des zweiten Jahrhunderts - durchaus magisch verstandene Prozeduren, mit deren Hilfe der "Gläubige" (so weit war man schon vom Ursprung der Gnosis entfernt, daß man nun Gläubige hatte) die Macht dieser Archonten brechen und sich Zugang zu den ihm sonst verschlossenen Sphären der Erkenntnis verschaffen konnte. Es gab Salben, magische Gegenstände und Talismane und es gab Losungsworte. Diese Archontenriten wurden zumeist im Angesicht des Todes vollzogen, damit der Gläubige im Tod die Erkenntnis finden konnte, an die er auf Erden geglaubt hatte. Es war aber auch durchaus üblich, diese Riten in Gemeinschaftsveranstaltungen zu praktizieren, wohl auf die Vermutung hin, daß ihr Vollzug an sich bereits eine erkenntnisfördernde Wirkung haben werde - eine Art Akkumulation also, ähnlich dem Verständnis eines frommen Katholiken, der meint, durch den häufigen Genuß der Eucharistie sozusagen Seelenheil für später ansammeln zu können. Wie weit ein solches Verständnis von Erkenntnis entfernt ist, kann jeder ermessen, der in Erkenntnis das sieht, was sie ist - Erkennen von umfassenden Zusammenhängen und sicher nicht Nachbeten von Formeln und Beschmieren mit Cremes. Es war in dieser Ritualisierung im Prinzip bereits alles verloren, worauf Gnosis basiert - auf der unumschränkten Erforschung einer unumschränkten Wirklichkeit, deren Zentrum und Medium das Selbst mit seinem wachen Verstand ist.
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Astralreisen - mißverständliche Bezeichnung für einen Teil der aktiven Meditation. Von der Symptomatik sind Astralreisen ins Gebiet der Wachträume einzuordnen. Der Name selbst ist irreführend, da es sich hier nicht um Reisen im wörtlichen Sinne handelt und auch nicht um Begegnungen im Universum, was der Name Astral = Sternen... allerdings induziert. Vom reinen Wachtraum sind die Astralreisen unterschieden durch die Möglichkeit einer kollektiven Induktion von Inhalten. Reisen sind es aber insofern wirklich, da die Meditierenden auf die angetroffenen Umstände meist keinen Einfluß nehmen, sondern sich verhalten wie wirkliche Reisende. Sie beschauen die Gegend, reden mit den Leuten und gehen wieder. Daher ist diese Art spirituellen Tourismus’ zwar sehr nett und außerdem relativ billig, da ja weder Reise- noch Übernachtungs- oder Verzehrkosten anfallen, sondern lediglich ein (allerdings manchmal alles andere als bescheidenes) Entgelt für den Reiseführer. Die relativ leichte Herstellbarkeit solcher Kontakte bringt es mit sich, daß viele esoterische Konventikel diese Technik für sich entdeckt haben und ihr, manchmal mit allen Symptomen psychischer Abhängigkeit, frönen. Die Technik suggeriert aber auch Elemente, die eine Verzerrung der Wahrnehmung bedingen, zum Beispiel dadurch, daß den Teilnehmern an solchen Reisen selten klar wird, was sie da eigentlich tun und inwiefern ihre eigene Tätigkeit und ihr nichtspirituelles Dasein miteinander zusammenhängen. Sie sind im Glauben, eine andere Dimension aufzusuchen, der sie nicht zugehören. Sie sind ferner im Glauben, etwas Außerordentliches zu vollbringen; in der Tat zelebrieren sie nur den Ausgangspunkt jeder meditativen Aktion. Und das unter Umständen stundenlang. Ein nettes Spiel, das sicher auch Erfahrungen vermittelt - Erkenntnis im Sinne der Gnosis vermittelt es allerdings nicht. Nur unter dem Aspekt, daß diese Erfahrungen in Beziehung gesetzt werden zur unmittelbaren und persönlichsten Existenz im Hier und Jetzt kann von dieser Technik auch ein Impuls der Erkenntnis ausgehen. Ansonsten bleibt alles unverbindlich - wie jeder andere Tourismus auch.
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Astrologie - umstrittene, sehr alte Methode zur Zukunftsvoraussage, die von der Annahme ausgeht, daß zwischen den Fixsternbewegungen und dem menschlichen Schicksal Zusammenhänge bestehen würden, die nur aufgedeckt - errechnet - werden müßten, um Aufschlüsse zu erhalten. Es ist anzunehmen, daß die erste Astrologie auf jene Zeit zurückgeht, in welcher der Mensch die Bewegungen der Planeten entdeckte und damit die Zeit als Maßeinheit seines Lebens. Es ist auch anzunehmen, daß der Gegenstand dieser alten Astrologie nicht so sehr die Zukunft des Menschen als Individuum war, sondern eher seine Zukunft als Sozietät - nämlich in der Kalenderbestimmung und - voraussage. Erst nach und nach sind wahrscheinlich Elemente der Temperamentenlehre dazugekommen, die mit den kalendarischen Beobachtungen zu einem System verschmolzen wurden. - Über den Wert der Astrologie gehen die Meinungen auseinander, dabei ist der Effekt der selbsterfüllenden Prophezeiung sicher nicht ohne Bedeutung für die Tatsache, daß sich viele astrologische Berechnungen als zutreffend herausgestellt haben. Andererseits muß beachtet werden, daß die Astrologie auf weite Strecken eher psychologische Terminologie als astronomisches System ist und viele ihre Ausdrucksformen eigentlich Chiffren sind (so die gesamte Tierkreissymbolik), die auf einer durch Jahrtausende geübten Menschenbeobachtung beruhen und sich in der scheinbaren Neutralität astronomischer Begriffe lediglich ausdrücken. Den wenigsten Astrologen wird diese Tatsache indes vertraut sein und kaum einem von jenen, die Astrologie als Lebenshilfe und Orientierung gebrauchen. Astrologie ist demnach eine Art psychologischer Kataster, in dem ausgehend von einem Fixpunkt - dem Geburtsmoment - der wahrscheinliche Lebensweg ermittelt wird. - Die Stellung der alten Gnosis zur Astrologie war durchaus wohlwollend, aber dieses Wohlwollen teilte sie mit der gesamten antiken und auch noch mit der mittelalterlichen Kultur. Die Stellung der modernen Gnosis zur Astrologie ist zumindest da skeptisch, wo es um die Annahme geht, daß die Himmelskörper als solche einen schicksalsbestimmenden Einfluß auf den Geist haben könnten. Andererseits ist die Eingebundenheit des Menschen in die komplexen Prozesse des Weltganzen nicht zu leugnen und die Erhabenheit hierüber nur Wenigen eigen, so daß die Abbildlichkeiten materieller Strukturen zu geistigen schon eine fixierbare Funktion haben mögen.
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Atlantis - sagenhafte Frühzivilisation auf der Erde, angeblich infolge von schweren Naturkatastrophen untergegangen. Der Mythos selbst geht auf ein Paradigma Platos zurück, in dem er die Idealform des Staates skizziert und zugleich vor dem Phänomen der Hybris angesichts des erreichten Idealzustands warnt. Die von ihm behauptete Herkunft dieses Gleichnisses aus der ägyptischen Philosophie ist anhand der erhaltenen Weisheitslehren durchaus glaubhaft. Da den ägyptischen Priestern durch ihre strenge spirituelle Erziehung Informationen zugänglich waren, über das damaligen Wissen hinausgingen, ist nicht auszuschließen, daß dieser Mythos eine faktische Grundlage hat - ob es sich allerdings auf ein irdisches Ereignis bezieht, bleibt zweifelhaft. Im Zusammenhang mit der Entwicklung der modernen Archäologie hat man immer wieder versucht, diesen angeblichen Kontinent aufzufinden und Reste dieser Frühzivilisation zu bergen. Dabei sind eine Reihe von frühen Kulturen entweder entdeckt worden oder wurden auf dieses Atlantis bezogen, ferner wurden etliche frühzeitliche Naturkatastrophen recherchiert. Insoweit hat die Atlantistheorie, obgleich selbst äußerst zweifelhaft, als Motor für viele aufsehenerregende Entdeckungen gedient, die unser Bild von der Frühzeit des Menschen und vom Beginn seiner historischen Periode bereichert haben. Obwohl von der heute sehr vorsichtig gewordenen Archäologie nicht ganz ernst genommen, werden immer wieder Versuche unternommen, Atlantis in verschiedenen Regionen der Erde aufzufinden, was in der Regel nie zu Atlantis, aber immer wieder zu Neuigkeiten führt. Die Chronologie der menschlichen Entwicklung ist in Fluß - und sie wird in Fluß bleiben.
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Auferstehung - zusammen mit der Kreuzigung der zentrale christliche Mythos. Während die Kreuzigung Jesu nachweislich unhistorisch ist, beruht die Legende von der Auferstehung auf dem Hintergrund der Wiedergeburt frühgnostischer und altägyptischer Tradition.
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Außerirdische eine im Moment recht verbreitete Mode, die vor allem weite Kreise der esoterischen Weltgemeinde in Bann geschlagen hat. Was daran Hysterie und was ernsthaftes Fragen ist, ist insgemein leicht zu trennen. Wenn jemand in Bielefeld den Teppich für die Außerirdischen entrollt, darf man sich ruhig an die Stirn tippen, wenn die NASA nach Leben im Universum forscht, kann man das sicher ernst nehmen. Und wenn Zemecki seine Jodie Foster zu den Außerirdischen jagt und sichtbar fällt sie nur vom Startturm, dann ist Zemecki ein Schlitzohr, das schon mehr begriffen hat, als ihm erlaubt sein sollte, wenn es Verbote gäbe, was nicht der Fall ist. Es geht dabei nämlich nicht um Außerirdische, die uns zu vergewaltigen suchen, sondern um unseren eigenen Aufbruch, der fällig geworden ist, nachdem wir unsere Welt nun aus dem FF kennen - von beherrschen keine Rede, aber dafür brauchen wir diesen Aufbruch. Daß dabei auch Ängste eine Rolle spielen, ist klar, wir haben genug davon und in eine Projektion gehen die mit ein. Und der wäre doch ein Narr, der vor einer unbekannten Zukunft, symbolisiert durch ein unbekanntes Universum, keine Angst hätte. Ebenso spielen Vorurteile eine Rolle, denn wir sind nun einmal ein Raster gewohnt, das uns bestimmte Vorstellungen vermittelt hat - und nun sollen diese Vorstellungen alle relativiert werden. Wie soll das von heute auf morgen gehen? Und so schaffen wir uns als Sparringspartner die sogenannten Außerirdischen - die zwar nicht da sind, aber die Vorstellung davon reicht uns erst einmal aus. Und - jedes Funkfeuer eines Flugzeugs, das für Sekunden in unserer Seele zum UFO wird, hilft dabei, diese Vorurteile in uns zu überwinden. - Dabei ist die Vorstellung, es könnte auch noch mehr bewußtes Leben im Universum geben, alles andere als abwegig. Leben gibt es zumindest schon einmal nachweislich reichlich. Allzu zahlreich dürfte bewußtes Leben aber nicht verbreitet sein, wie uns die jüngsten Erkenntnisse über Bestand und Entstehen von Planeten vorsichtig beizubringen suchen. Eine reale Enterprise dürfte wohl Szenarien erleben, die das gesamten Werk von Roddenberry und Nachfolgern noch weit übertreffen. Denn - die Dinge sind keineswegs abgeschlossen, das Universum ist kein stiller Ort, sondern ein Hexenkessel aus Reaktionen und Kreationen. Die majestätische Ruhe des Sternenhimmels trügt und macht uns im Gegenteil und in Wahrheit zu Augenzeugen ebenso vieler Katastrophen wie Neuschöpfungen. Und wir tun sicher gut daran, damit zu rechnen, was bisher leider nur Jodie Foster im Kino passiert ist - aber wir sollten unsere hysterischen Anfälle in dieser Hinsicht nicht ganz so ernst nehmen - in Hinsicht auf uns selber allerdings schon. Denn wir sind auf jeden Fall berechtigt zu einem größeren Selbstvertrauen als wir es uns zugeben wollen.
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