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 Die aufgeführten Begriffe sind nicht immer vordergründig gnostische Spezialbegriffe. Desgleichen sind die angeführten Artikel nach Notwendigkeit erstellt, also nicht immer bewußt kurz gehalten. Stichworte, die an anderer Stelle ausführlich behandelt werden, sind durch  und Fettdruck gekennzeichnet. Bei der Behandlung allgemeiner Themen haben wir uns nicht immer an die gängigen Versionen gehalten wenn dies nicht zweckdienlich erschien. Bei im Projekt näher ausgeführten Problemen finden Sie ebenfalls einen Hinweis darauf.
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Wichtige Begriffe
Bach - Blüten - psychologisch - ästhetische Heilweise im Bereich der Psychosomatik, beruht dem Ansehen nach auf der Tatsache, daß viele somatische Leiden durch Mißstimmung angesichts ästhetisch unbefriedigender Lebensumständen ausgelöst werden. Im Gegenzug können sie durch ästhetisch befriedigende Sujets zumindest günstig beeinflußt werden. Duft, Farbe, Formen von Blüten und fließende Bewegung werden als ästhetisch angenehm empfunden. Daher sind sie geeignet, seelische Verkrampfungen und in deren Nachzug auch körperliche Unstimmigkeiten zu lösen. Besondere energetische oder gar übersinnliche Kräfte wirken hier, entgegen der Annahm der Bach - Jünger nicht. Es handelt sich lediglich um eine Anwendung der durch die Ästhetik in der Natur und das ästhetische Empfinden des Menschen (ein Gewohnheitswert) vorhandenen Möglichkeiten.
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Baphomet - Bezeichnung, der die Barbelo verehrenden Mysteriengemeinden, eine späte Form sich gnostisch verstehender Ritualistik im zweiten und dritten Jahrhundert mit stark orgiastisch - sexuellem Akzent. Von den christlichen Gemeinden, neben denen sie bestanden, wurden sie deshalb, aber auch wegen ihrer dezidiert heidnischen Akzentuierung heftig bekämpft, wobei Kennzeichen des barbeliotischen Ritus oft populistisch und polemisch auf die gesamte gnostische Bewegung übertragen wurden. Der Glaubensinhalt der Barbelioten fußt auf dem spätgnostischen Verständnis von der Welt als dem grundsätzlich und wesenhaft Bösen, das durch Fortzeugung weiterlebt. Dieses Böse wollten sie ausrotten, indem sie das Moment der Zeugung in der Sexualität eliminierten, die Sexualität selbst aber nicht, da sie diese der Liebe zuordneten, die zwischen den beiden Prinzipien herrscht. Sie opferten die körperlichen Manifestationen der Sexualität in orgiastischen Veranstaltungen der Barbelo. Ob es dabei zu "Spermakommunion" und "Kinderschlachtung" kam, darf man bezweifeln, da solche Vorwürfe zum Standardrepertoire der christlichen (sexualfeindlichen) Ketzerpolemik gehörten. Bekanntlich wurde das Kinderopfer auch von den Juden behauptet und seither noch von einer Reihe angeblicher häretischer Gruppen bis ins Mittelalter. Darunter auch solcher, die nachweislich niemals existiert haben wie die "Luziferer". Authentische Texte zu den Riten der Barbelioten gibt es nicht, sondern nur zu ihrem Glauben. Ein ursprünglicher Zusammenhang mit der Gnosis ist außer durch die Behauptung des zweiten Prinzips als solchem nicht gegeben.
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Barbelioten - Bezeichnung, der die Barbelo verehrenden Mysteriengemeinden, eine späte Form sich gnostisch verstehender Ritualistik im zweiten und dritten Jahrhundert mit stark orgiastisch - sexuellem Akzent. Von den christlichen Gemeinden, neben denen sie bestanden, wurden sie deshalb, aber auch wegen ihrer dezidiert heidnischen Akzentuierung heftig bekämpft, wobei Kennzeichen des barbeliotischen Ritus oft populistisch und polemisch auf die gesamte gnostische Bewegung übertragen wurden. Der Glaubensinhalt der Barbelioten fußt auf dem spätgnostischen Verständnis von der Welt als dem grundsätzlich und wesenhaft Bösen, das durch Fortzeugung weiterlebt. Dieses Böse wollten sie ausrotten, indem sie das Moment der Zeugung in der Sexualität eliminierten, die Sexualität selbst aber nicht, da sie diese der Liebe zuordneten, die zwischen den beiden Prinzipien herrscht. Sie opferten die körperlichen Manifestationen der Sexualität in orgiastischen Veranstaltungen der Barbelo. Ob es dabei zu "Spermakommunion" und "Kinderschlachtung" kam, darf man bezweifeln, da solche Vorwürfe zum Standardrepertoire der christlichen (sexualfeindlichen) Ketzerpolemik gehörten. Bekanntlich wurde das Kinderopfer auch von den Juden behauptet und seither noch von einer Reihe angeblicher häretischer Gruppen bis ins Mittelalter. Darunter auch solcher, die nachweislich niemals existiert haben wie die "Luziferer". Authentische Texte zu den Riten der Barbelioten gibt es nicht, sondern nur zu ihrem Glauben. Ein ursprünglicher Zusammenhang mit der Gnosis ist außer durch die Behauptung des zweiten Prinzips als solchem nicht gegeben.
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Barbelo - einer der - vielen - Namen für das zweite, als weiblich gedachte Prinzip. Dieses wurde dann entsprechend der Spekulationslust einer sich zur Mysterienreligion wandelnden Gnosis dann in diverse Unterformen geteilt und von einigen Gruppen als Quasi - Göttin angebetet und rituell verehrt. Solche Gruppen fanden sich vornehmlich in Syrien, wo sie aus dem dort populären Kult der Magna Mater hervorgegangen waren und dementsprechend orgiastische Kultformen entwickelten. Der geistige Zusammenhang mit der Gnosis ist sehr locker wenn nicht bereits ganz und gar unkenntlich, auch wenn die Barbelioten von sich behaupteten Gnostiker zu sein und auch gnostische Termini verwendeten.
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Beschwören - magische Praxis, mit der man angeblich Wesenheiten dazu bringen kann, zu erscheinen. Es handelt sich hier um hundertprozentige Suggestionen, dem die Tatsache, daß mehrere Klienten in der Lage waren, dasselbe zu sehen, nicht widerspricht. Zwischen ihnen herrschte nämlich ein Willenskonsens in dieser Hinsicht und eine ähnliche exaltierte Stimmungslage. Wenn man bedenkt, wieviel X für ein U man schon den meisten völlig normal gestimmten Mitmenschen vormachen kann, ist es keine Frage, was einige Anstrengung zuwege bringen könnte. Kurzum, wir sind nicht der Meinung, daß in solchen Sessionen nichts passiert, wir sind nur der Meinung, daß nicht das passiert, wovon man annimmt, daß es passiert wäre. Das betrifft auch die sogenannten Medien, die oft ehrlich an ihre "parapsychologischen" Fähigkeiten glauben. Auch im täglichen Leben finden wir, daß der Mensch das sieht und empfindet, was er will und nicht was sich ihm darstellt. Warum sollte es bei gesteigertem und konzentriertem Willen anders sein. Daß andererseits der Geist durchaus in der Lage ist, sich Wege der Kommunikation zu suchen, die nicht über Telefon und Post laufen, bestreiten wir nicht - nur sind diese Wege meist ebenso undramatisch wie Telefon und Post - und wenn man sie beherrscht ebenso zuverlässig, es bedarf dazu keinerlei Exaltation oder Ekstase. Allerdings kommt es hier auch nur sehr selten zu Gemeinschaftserlebnissen - diese Art der Kommunikation ist eben keine Konferenzschaltung. Ein Urvater dieser Kommunikation ist das in allen Religionen bekannte Beten.
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Bibelcomputer - der neueste Schrei in der zahlenmystischen Szene. Angeblich soll es möglich sein mit Hilfe des in Zahlwerte umgewandelten Textes der (hebräischen) Bibel Zukunftsaussagen zu machen. Das technische Problem ist dabei eher leicht zu handhaben - man muß lediglich einer bestimmten Buchstabenfolge (im Englischen) eine bestimmte Zahlenfolge zuordnen und diese in ein Übersetzungsprogramm einordnen und umgekehrt. Die Fleißarbeit der Programmierer beim Einspeisen und beim Bearbeiten des angewendeten Translationsprogramms ist allerdings beträchtlich gewesen. Allerdings wird sie ohne eine gewisse Orientierung auf bestimmte "Fragen" nicht ausgekommen sein - der Beweis, daß diese "Methode" ad hoc und auch für banale Voraussagen gebraucht werden kann, wurde nicht angetreten, statt dessen wurden lediglich einige herausragende Momente der Weltgeschichte als "Fragen" eingespeist. Dies nach der bewährten Weise des Autokorrekturprogramms. Solange der Beweis nicht angetreten wurde, daß der sogenannte Bibelcomputer auch ad hoc - Voraussagen treffend machen kann, ist das ganze Projekt bestenfalls als Versuch, schlimmstenfalls als Schwindelunternehmen anzusehen.
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Blaue Welt - Bezeichnung für das uns "ähnlichste" "Paralleluniversum". Das hört sich phantastisch an, wäre aber eine durchaus schlüssige Antwort auf viele uns heute rätselhafte Phänomene in unserer direkten Umgebung. Ein Zusammenhang mit bestehenden UFO - Theorien ist allerdings nicht gegeben. Viele Menschen träumen oftmals in diesem Universum, ohne sich dessen bewußt zu sein. Durch Vergleiche von Traumerzählungen, sowie einiger historischer Phänomene, scheint die Existenz der Blauen Welt uns äußerst wahrscheinlich zu sein. Näheres im Projekt.
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Bogomilen - Gottesfreunde. Name einer manichäisch - christlich verfaßten Gnosis im nordwestlichen Byzanz und im balkanischen Raum. Die Bogomilen lebten asketisch und bildeten kleine zölibatäre Gemeinschaften von Männern und Frauen, in denen sie Landwirtschaft betrieben, aber auch seelsorgerische Aufgaben wahrnahmen. Da sie weite Misisonsreisen unternahmen dienten sie den Bauern als zuverlässige Zwischenhändler für ihre Produkte. Das bulgarische Königreich erwählte die Bogomilen in Opposition zum mächtigen Nachbarn Byzanz und seiner Kirche zur Staatskirche. Nach der Vereinnahmung Bulgariens durch Byzanz blieben sie dort trotz Widerstandes der nunmehr griechischen Kirche geduldet und sind noch heute ein fester Bestandteil des bulgarischen Nationalbewußtseins. - Großen Einfluß bekamen sie auch auf die Entwicklung der bosnischen Kirche, die gegenüber dem griechisch orthodoxen Umfeld einige Besonderheiten aufweist, unter anderem eine sonst ganz unbekannte Toleranz und Verträglichkeit mit dem Islam. Unter serbischem Einfluß wurde und wird diese Toleranz und wurden die gnostisch - bogomilischen Traditionen nach Kräften hintertrieben und entstellt. Was die Bogomilen für die slawische Kultur waren, das waren die Paulikianer in Kleinasien, die erheblichen Einfluß auf die armenische und georgische Kultur genommen haben, ohne daß man ihre Lehre im Einzelnen so gut rekonstruieren kann wie die ihrer balkanischen Genossen.
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Brautgemach - im alten Sinne, so auch im Thomastext gebraucht, der Terminus für die - nichtörtliche - Vereinigung von Person und Wesen zu einer einzigen Entität. Es ist ein von allen sonstigen Räumen und Zuständen abgetrennter und abgesonderter Zustand, zu dem die übrige Wirklichkeit keinen Zutritt hat und der auch nur während dieses Prozesses existiert. Diesen Zustand herbeizuführen ist der Zweck der ersten und grundlegenden Ausbildung, in der psychologische Arbeit einhergeht mit einem Heranführen an die extrahumanen Fähigkeiten und Bedingungen des Individuums. Ist das erreicht so weit es mit rationalen und empirischen Mitteln zu erreichen ist, tritt ein visionärer Zustand ein, in dem der Auszubildende seinem Selbst begegnet und mit ihm dauerhaft verschmilzt. Es handelt sich also nicht um einen momentanen Entrückungszustand, sondern um das Gewinnen einer neuen existentiellen Qualität mit auch in der gewohnten Umgebung spürbaren Veränderungen - man erlangt eine gesteigerte Sensibilität und lebt fortan ständig bewußt ein einziges Sein in mehreren Seinszuständen - ohne dadurch auch nur im Mindesten paranoid zu werden, denn dieser Zustand erscheint als dem "normalen" Dasein völlig angemessen und führt nicht zu Auffälligkeiten oder Unstimmigkeiten. Dieses Einswerden ist freilich nicht zu verwechseln mit der " Wiedergeburt "", sondern ist ein erster unabdingbarer Schritt in diese Richtung. - Die alte Gnosis hat, dieses nicht mehr begreifend, das Brautgemach als einen realen Ort verstanden und das Geschehen als magische Prozedur, Zeichen dafür, daß existentielle Ausbildung nicht mehr oder nur noch selten betrieben wurde. Späterhin hat man dann regelrechte Brautgemächer gebaut - als sakristeiartige, abgeschlossene Räume, in die sich der Gläubige zwecks magischem Vollzug zu begeben hatte. Da er keine entsprechende Anleitung erfahren hatte, ist anzunehmen, daß dort nichts geschehen ist, als daß er eine festgesetzte Zeit hier verbrachte, während die übrige Gemeinde eine Art Bittgottesdienst abhielt.
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Bruno, Giordano - (1548 - 1600) bedeutendster Denker der späten Renaissance. Wurde in Nola in der Campagna als Filippo Bruno geboren, trat 1565 in den Dominikanerorden ein, aus dem er 1576 wegen erheblicher Differenzen mit der katholischen Lehre und um der Inquisition zu entgehen floh. Es folgte ein unstetes Wanderleben, das ihn durch ganz Europa führte. An der Universität Toulouse promovierte er und besetzte den theologischen Lehrstuhl. Hier hielt er auch erstmals jene Vorlesungen für die er in ganz Europa berühmt werden sollte, nämlich in der sogenannten Kunst der Kombinatorik, einer Vorform der Lehre vom "vernetzten Denken" und der "Mnemotechnik". Damit betrat er zwar kein Neuland, aber Raimundus Lullus, der um 1390 diese Kunst zum erstenmal exerziert hatte, war unter den mittelalterlichen Gelehrten ein kompletter Außenseiter gewesen. Nun kam im rationalistischen Kontext der Renaissance eben dieses Außenseitertum zu Ehren. 1581 hielt Bruno sich, aus Toulouse gekündigt, in Paris auf, wo er Vorlesungen am Collüge de France hielt und bei Heinrich III Valois in Gunst stand. Es waren nicht die Auseinandersetzungen zwischen den Guise und dem Königshaus, sondern es war die Kontroverse um seine eigenen Schriften, die ihn zwangen, mit königlicher Empfehlung nach London zu gehen - aber da er auch dort seine Meinung nicht zu zügeln gedachte, sondern den englischen Konservatismus in Bildungsfragen mit der ihm eigenen Eloquenz verspottete, war auch hier 1586 seinem Aufenthalt ein Ziel gesetzt. Es folgten jeweils kurze Aufenthalte in Paris, Mainz, Marburg und Wittenberg, wo Bruno zwei Jahre lehren konnte. Kaiser Rudolf II, berühmter Sammler aller möglichen Kuriositäten, rief ihn 1588 nach Prag, um sich seiner Künste zu bedienen, es folgte die - neu gegründete und bald wieder erloschene - Universität Helmstedt, wo er lehren sollte, aber es wegen des Todes des Herzogs nicht dazu kam, statt dessen mußte er denunziert von dannen ziehen. Sein Brot verdiente er sich auf diesen Wegen, indem er immer wieder Einzelnen die Künste des Gedächtnistrainings beibrachte. 1591 wurde er von der Inquisition nach Venedig gelockt, dort verhaftet und nach Rom überstellt, wo man ihm nach mehr als acht Jahren Verhören und Foltern 1600 den Prozeß machte und ihn am 17. Februar auf dem Campo di Fiori lebendig verbrannte. - Was ist es, daß ich den Lebenslauf dieses Mannes so ungewöhnlich ausführlich geschildert habe? Weil seine Weltsicht, überall von ihm umhergetragen und vielfach veröffentlicht, noch viel mehr als die Entdeckungen des Kopernikus das menschliche Wissen von der Welt verändert hat. Auch Galilei faßt mit seiner ebenfalls revolutionären Wiederentdeckung der Bewegungsverhältnisse in unserem Planetensystem die Kühnheit Brunos nicht. Er wagte es, das Firmament der mittelalterlichen Welt zu öffnen, das Unendliche als existent zu denken, und die eigene menschliche Dimension darin. Er wagte es, ein neues Jenseits zu enthüllen als Diesseits und die Erde begreiflich zu machen als einen Punkt unter Myriaden. Er war ein frommer Mann bei allem Sarkasmus und bei aller Spottlust - aber sein Gott war nicht mehr der der Genesis, sondern ein Dasein ganz neuer Qualität, das nicht die Erde zum Gegenstand hatte, sondern das Nicht Ausdenkbare, als welches das Universum seither vor dem Angesicht des Menschen stand, der zum Himmel aufblickte. Alle, die seither hierüber nachgedacht haben, stehen auf seinen Schultern und er selbst ist der Beweis dafür, was das reine Denken eines Menschen vermag, denn betrachten und analysieren konnte er dieses Universum nicht - er konnte es nur denkend erschließen. Welch ein Unterschied zwischen ihm und jenen "Denkern", die nichts zuwege bringen als fruchtlose Theorien über längst entschiedene Dinge und bei denen das "Anders" immer herhalten muß für das "Besser". Er hat gezeigt, daß "Anders" und "Besser" auch zusammenfallen können. Daß Spekulation nicht gleichbedeutend sein muß mit Wirrköpfigkeit. Sondern daß man das nicht Betretbare im Denken erobern kann, daß die Kraft der Imagination, wenn sich die Disziplin des Denkens ihr verbindet, zu den Tatsachen entsprechenden Schlüssen führt. Daß Intuition nicht zu Okkultismus, Obskurantismus, Alchimismus und ähnlichen Ismussen führen muß, sondern ebenso geeignet ist unsere Welt taghell zu machen und unseren Horizont weit ohne ihn mit Trugbildern zu narren. Sein Tod zeigt aber auch, was alle Ideologie am meisten fürchtet - nicht das Ketzertum, das innerhalb ihrer andere Facetten aufzeigt, sondern die Wirklichkeit, wie sie jenseits aller Interpretationen existiert. Nicht die andere Auslegung einer "heiligen Schrift", sehen wir, ist ihre eigentliche Urangst, sondern die Konfrontation mit den Tatsachen jenseits und unbeeinflußt von aller Meinung. Ein Protestant hätte in Genf, in Marburg, in Helmstedt und Frankfurt sicher noch sein Auskommen gefunden - der Universalist aber mußte gehen, seinem sicheren gewaltsamen Tod entgegen. Keine Ideologie war willens und in der Lage, ihm eine Heimat anzubieten. Und so hat er sich am Ende auch gesehen - als den in dieser Welt der Ideologien und Interpretationen Verlorenen, für den diese Welt konsequenterweise nur Qualen und Unverständnis übrig hat. Ob ihm das Wissen darum, seinem unbegrenzten Gott zu begegnen ein Trost gewesen ist, wissen wir nicht. Wir können es aus den Anekdoten um seinen Tod aber annehmen. Und was uns angeht - er ging ins Feuer, weil er zu einer Welt nicht mehr zurückkehren konnte, die zu klein geworden war für das Leben, das er kennengelernt hatte. Darin erkennen wir die Verzweiflung wieder, die auch die Katharer einst ins Feuer trieb, weil sie es nicht mehr über sich brachten, sich als "Sünder" zu fühlen und als inferiore Wesen. Auch sie waren durch ihre Intuition, wenn auch auf anderen Wegen an diesen Punkt gekommen. "Ihr fällt dieses Urteil mit größerer Furcht als ich es annehme" - das war das letzte Wort, das Bruno seinen Peinigern ins Gesicht schleuderte. Diese Worte sind das Ergebnis seines eigenen jahrelangen Kampfes um sich selbst inmitten seiner Peiniger ebenso wie sie das Fazit seines Lebens sind. Eines Lebens, das seinen Wert kennt. Denn wenn er keine Furcht hatte vor dem, was er kannte, so hatten doch die ihn verurteilten Todesfurcht, da ihnen aus seinen Werken der Sturm entgegenblies, der sie hinwegwehen würde - vielleicht nicht heute, nicht gleich - aber fortan würden sie sich immer einstemmen müssen und es immer vergeblich tun. Seither haben sie auch fortwährend an Boden verloren, diese Ideologen und wo sie noch Beute machen können, da hat diese Beute wenig Gewicht, da ist, was sie fressen können, nicht mehr nahrhaft, auch wenn es vielleicht noch Masse hat. Das Zeitalter der Ideologien ging mit Bruno seinem Ende entgegen - mit dem, was nun kommt, wird es enden.
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Buddhismus - eine im Gegensatz zu anderen Existenzphilosophien zur Gesellschaftsbildung taugliche nichtreligiöse Bewegung, um - 500 in Ostindien entstanden und seither in Asien verbreitet, im letzten Jahrhundert auch mehr und mehr in Europa und Amerika. In mehreren Schulen und Richtungen, die alle gleichberechtigt nebeneinander existieren, deckt der Buddhismus die gesamte Palette geistiger und emotionaler Bedürfnisse ab (auch religiöser ohne dabei die eigene Areligiosität aufzugeben). Zwischen - philosophischem - Buddhismus und Gnosis gibt es mannigfache Berührungspunkte, allerdings kaum einmal wirkliche Deckungsgleichheit, da beide Methoden von grundlegend anderen Erfahrungen ausgehen. Näheres im Projekt.
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