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Die aufgeführten Begriffe sind nicht immer vordergründig gnostische Spezialbegriffe. Desgleichen sind die angeführten Artikel nach Notwendigkeit erstellt, also nicht immer bewußt kurz gehalten. Stichworte, die an anderer Stelle ausführlich behandelt werden, sind durch und Fettdruck gekennzeichnet. Bei der Behandlung allgemeiner Themen haben wir uns nicht immer an die gängigen Versionen gehalten wenn dies nicht zweckdienlich erschien. Bei im Projekt näher ausgeführten Problemen finden Sie ebenfalls einen Hinweis darauf.



Lexikon


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Wichtige Begriffe




Dämonen - allgemein in der antiken Welt und darüber hinaus angenommene monströse Wesenheiten, die der materiellen Physik nicht zugehörig und im übrigen den Menschen alles andere als wohlgesonnen sind. Nun sind Gut und Böse keine transzendenten Begriffe und spielen also in der allgemeinen Existenz auch keine Rolle - sie sind menschliche Ordnungsgrößen wie die Zahl und die Zeit. Andererseits ist die Palette der Lebensformen, der Formen, die Leben annimmt, angenommen hat und noch künftig annehmen wird nicht auf die Vorgaben der materiellen Physik beschränkt. Wenn wir nun noch bedenken, daß die Struktur der Materie substantiell in nichts unterschieden ist vom Geist, die Zustände also ständig ineinandergreifen, dann braucht es uns auch nicht zu verwundern, daß sie sich manchmal mehr der materiellen Physik zuneigen und manchmal weniger. Tun sie es mehr, bekommen wir unter Umständen etwas zu "sehen" Was wir da zu sehen bekommen, bestimmt aber weniger diese Wesenheit, sondern unsere eigene Disposition, liegt doch alle Schönheit im Auge des Betrachters und bestimmt doch die Botschaft noch immer der Empfänger. Hinzu kommt, daß unsere eigenen seelischen Befindlichkeiten mitunter die Eigenschaft haben, uns in Bildern vor die Augen zu treten - sogenannten Halluzinationen, die als Botschaften des Gefühls durchaus keine sind, sondern nur als Produkte einer physikalischen Erscheinung, denn mit Physik haben sie nachweislich nichts zu tun, es sei denn mit den Fähigkeiten unseres eigenen Körpers, die ja auch physikalisch sind und sich so kundtun. Damit die Seele ein Bild erzeugt, werden also notwendig biochemische Reaktionen ablaufen müssen ohne daß diese auch gleich als tiefere Ursache der Anomalie benannt werden könnten. Ein Großteil der immer wieder beschriebenen Dämonen rührt wahrscheinlich von solchen Innenbildern her. Nur zu einem sehr kleinen Teil wird man davon ausgehen müssen, daß sich tatsächlich anders strukturierte Entitäten in dieses Terrain verirrt haben. Da sie in ihrer Wahrnehmungsweise und Struktur den Gegebenheiten hier nicht angepaßt sind, werden sie kaum dasselbe Erlebnis haben wie wir; nicht uns wird der Horrortrip in Erinnerung bleiben sondern ihnen. Daher auch die verbreiteten "Erlösungsgeschichten", die uns einfach nur zeigen wollen, daß solche Wesenheiten keinen anderen Wunsch haben, als von uns schnell die Tür gezeigt zu bekommen, durch die sie wieder hinausgelangen können. Und mit Halluzinationen ist es dasselbe - sie erscheinen uns aus der Tiefe unseres Selbst, versehen mit allem, was wir zu ihrem Verständnis brauchen, damit wir das Problem, das sie darstellen, lösen - und nicht mit Betäubungsmitteln draufhauen. Die Furcht, die vor solchen Dingen und Ereignissen erzeugt und genährt wird, ist nicht nur töricht, sie ist auch gefährlich, nicht für Wesenheiten, sondern für uns. Denn indem wir gelehrt werden, solchen möglichen, wenn auch nicht alltäglichen Dingen mit Angst zu begegnen, haben wir keine Chance zu einem angemessenen Umgang mit ihnen. Und geradezu verbrecherisch ist es, wenn eine Ideologie auf solche Ängste abstellt, um ihre Anhänger gefügig zu halten und diese Angst auch noch mit Suggestionen untersetzt. Das klingt seltsam, aber das gibt es und sogar in unserer zivilisierten europäischen Kultur und nicht nur bei Satanisten und anderen obskuren Gemeinschaften.


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Däniken - prominentester (nicht erster) Vertreter einer pseudowissenschaftlichen Theorie, welche die Entstehung des Menschen aus Experimenten von extraterrestrischen Wesen behauptet. Daß Däniken selbst kein Wissenschaftler ist, würde seiner Glaubwürdigkeit noch keinen Abtrag tun; die offenbaren Widersprüche seiner Behauptungen zu nachweisbaren Datierungen sind allerdings mehr als nur kühn. Verdienste hat er sich aber zweifellos als Mythenforscher erworben, indem er den archäologischen Hintergrund dieser Mythen auffand und publizierte. Dies weniger in Hinsicht auf beantwortete Fragen als darin, Fragen gestellt zu haben, über die nachzudenken sich in jedem Falle lohnt, auch wenn man zu ganz anderen Ergebnissen kommt. Methodologisch ist er ein Beispiel für das (auch unter Wissenschaftlern) verbreitete Verfahren, im Dienst einer angenommenen Theorie Fakten willkürlich so zu verändern, daß sie die Theorie unterstützen. Wenn man das beachtet und Dänikens Theorie nicht ohne weiteres zu folgen bereit ist, erweist sich die Lektüre seiner Bücher und das Anschauen seiner Filme so wie das Anhören seiner Vorträge aber durchaus als anregende Beschäftigung. Er hat meist nicht recht und seine Hypothese ist mehr als fraglich, aber er ist als Stachel im Fleisch einer selbstzufriedenen akademischen Paläologie eine erfrischende Angelegenheit. - Seine Theorie selbst gründet in einer tief empfundenen und durch die christliche Kultur jahrtausendelang untermauerten Inferiorität, die auf den Menschen als den unvollkommenen Sünder abstellte und die durch solche Theorien zu einer sozusagen profanen Religiosität umgeformt wurde. Dies betrifft auch die Grundlage der UFO - Religionen. Der Mensch, der sich als Sünder sieht, traut sich nicht zu, für seine Geschichte auf diesem Planeten selbst ursächlich verantwortlich zu sein. Bestätigung hierfür sucht er in allem, was ihm auf Grund eines fehlenden Kontextes rätselhaft erscheint. Da die Kultur der Schrift im Verhältnis zu seiner Gesamtgeschichte sehr jung ist und wir viele Schriften mangels Wörterbüchern nicht mehr entziffern können, werden uns solche Rätsel sicher noch lange begleiten und wir müssen lernen mit ihnen zu leben.


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Demiurg - In der späten Gnosis (seit dem zweiten Jahrhundert bis zum dreizehnten) nachweisbare spekulative und mythologische Figur. Sie ist entstanden aus der Überlegung, daß die - oft verzerrt gesehene - Unzulänglichkeit der Materie (worunter man wesentlich die Erde verstand, ein Universum als solches war unbekannt) einen Verursacher haben müsse. Prozessuales Denken war in der Antike ja ebenfalls unbekannt, man kannte und das bis weit in die Neuzeit hinein nur das kausale Denken mit seiner Mechanik von Ursache und Wirkung. Selbstlaufende Prozesse waren nicht vorstellbar und so auch nicht darzustellen. Statt dessen gab es eine Anzahl von kausalen Modellen, von denen der jüdisch - persische Satan - Ahriman einer Gnosis, die mehr und mehr in christliche Denkformen überwechselte, am nächsten stand. Während die Gnosis des zweiten Jahrhunderts den Demiurgen mehr analog zum jüdisch - christlichen Verständnis als ein dem "fernen guten Gott" untergeordnetes Wesen auffaßte, das diese Welt gemäß unvollständiger Kenntnisse nur sehr fehlerhaft eingerichtet habe, aber letztenendes durch das Eingreifen des guten Gottes mittels seines Soters überwunden werden würde, kam seit dem vierten Jahrhundert eine schroffere Version in Umlauf, die ihre Wurzeln direkt in der persischen Religion hatte. Diese Version wurde durch Mani in seine Religion eingegliedert - neben diversen gnostischen Termini - und so von den Gnostikern in die antike Welt zurückexpediert. In dieser zoroastrischen Version steht der Demiurg als regelrechter Gott völlig antagonistisch neben dem guten Ahura Mazda und alle Existenz beruht auf deren unaufhörlichen Ringen miteinander, dem der Mensch mittels Erkenntnis entfliehen solle. Diese Erkenntnis definierte man in dem Versuch, den Mechanismen der - demiurgischen - Welt mehr und mehr sich zu entziehen. Die ursprüngliche Lehre Jeschuas kannte weder die eine noch die andere Version obgleich der jüdische Satansglauben zu seiner Zeit bereits in der Volksfrömmigkeit und im pharisäischen Judentum präsent war, er sie also von da her hätte einbeziehen können. So war denn auch die frühe Gnosis nicht dualistisch oder gar antagonistisch orientiert, sondern ganzheitlich. Das war allerdings, auch wenn diese Denkweise ihrerseits aus dem ägyptischen Denken stammte, ein für die Mehrheit der Menschen jener Zeit zu ungewohntes Denkverfahren und so wurde es zugunsten des altvertrauten kausalen wieder aufgegeben. Einzelne Gruppen behielten es allerdings bei, wie man aus verschiedenen nichtdualistischen Texten ersehen kann, die bis ins sechste Jahrhundert auftauchen. Zum Verständnis von Welterklärungsmodellen der späten Gnosis hat der Demiurg große Bedeutung - für den Kursus der Erkenntnis allerdings überhaupt keinen.


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Dimension - 1. Koordinaten für die Existenz eines Objektes in Raum und Zeit. 2. Substantieller Zustand, Seinsweise. 3. Raum und Zeit. In Raum und Zeit sind mehrere Dimensionen anwesend, nach deren jeweiligen Befindlichkeiten die einzelnen Objekte zugewiesen werden können. - Nach unserem Verständnis sind Raum und Zeit eher Kategorien als Dimensionen, sind sie bezogen auf die in der Materie vorfindliche einheitliche Physik. Da Materie selbst aber eine Substruktur des Geistes ist, gilt diese Physik nicht ohne weiteres für alles Seiende. Es gibt darüber hinaus noch eine Menge anderer Zustandsmöglichkeiten, genauer gesagt, diese sind unbegrenzt. Aus diesem Grunde jonglieren diverse mystische Bewegungen mit einer Unzahl von Dimensionen, die sich aber allesamt einer einzigen zuordnen lassen: der Dimension des Seins, die alternativlos und aus sich heraus lebendig ist und die wir als Geist bezeichnen.


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Doketismus - der antiken Gnosis zugeschriebene Kompromißlehre, nach der Jesus zwar gekreuzigt worden wäre, jedoch, da er Gott war, nur scheinbar gelitten hätte und gestorben wäre. Der Doketismus ist aber wohl weder im gnostischen Raum entstanden, noch wurde er generell von allen gnostischen Gruppen vertreten und bei denen, die ihn vertraten nahm er unterschiedliche Züge an. So wurde Jesus nach der einen Lesart vom Kreuz aus in den Himmel genommen ohne daß er gestorben wäre, nach einer andren überlebte er die Kreuzigung dank göttlicher Hilfe und nach einer dritten wurde nicht Jesus, sondern ein Scheinleib Jesu ans Kreuz geschlagen. Die leibliche Auferstehung wurde bekanntlich von der Gesamtheit aller gnostischen Lehren bestritten. Entstanden ist die doketistische Lehre wahrscheinlich nicht aus gnostischem Verständnis, sondern im Gefolge des bald einsetzenden christologischen Streites, in dem es um die Natur Jesu (Gott oder Mensch oder beides) ging und der mehrere Jahrhunderte hindurch in wechselnder Intensität geführt wurde. Die gnostischen Gruppen nahmen entsprechende Theorien auf, weil sie einen Kompromiß zwischen ihrer konsequenten Ablehnung der Kreuzigung und dem christlichen Glauben bildete und es ihnen ermöglichte, mit den Christen weiterhin im Gespräch zu bleiben. Es mag auch eine Rolle gespielt haben, daß sie über den Grund, aus dem heraus sie die Kreuzigung leugneten, nicht mehr viel gewußt haben dürften und so eine Möglichkeit sahen, ihren eigenen Informationsstand in dieser Sache zu verbessern. Daß diese Haltung aber nicht von allen geteilt wurde, ist daran zu sehen, daß die Nachfahren der Gnostiker, die den Araber Mohammed über Jesus belehrten, keine doketistische Variante kannten, sondern behaupteten, der Gekreuzigte sei ein anderer gewesen. Damit kamen sie der Wahrheit insoweit nahe, als Kreuzigungen sich zu Herodes’ des Großen Zeit in Israel noch nicht ereignet hatten, sie waren Bestandteil des römischen Strafrechts, während sie zu Zeiten der römischen Besetzung Judäas nach +4 massenweise und immer wieder vorgekommen sind. Es steht zu vermuten, daß unter diesen Gekreuzigten auch ein enger Parteigänger Jesu aus der zweiten Generation seiner Anhänger gewesen ist, dessen Geschichte noch erinnerlich war und daß sich "ein Anderer" auf diesen Ungenannten bezieht. - Die Theorie, nach der Jesus die Kreuzigung überlebt und in Indien weitergelebt habe (oder nach anderen auch im Iran und an noch anderen Stellen) ist hingegen eine moderne Schöpfung.


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Dualismus, dualististisch - religionsphilosophische Doktrin in der Geschichte der Gnosis, die davon ausgeht und darauf abstellt, daß Materie und Geist sich in einem unversöhnlichen Gegensatz zueinander befinden. Mythologisch kommt das zum Ausdruck im Gegensatz zwischen dem guten, fernen Gott und dem Demiurgen. Dabei sind, je nach Gusto, auch andere kosmisch - mythologische Kräfte in diese Auseinandersetzung involviert. Die Entwicklung des "Bösen" wird aber durchweg nicht dem menschlichen Versagen zugeschrieben wie im Christentum, sondern einem kosmischen Ereignis, das nun wiederum verschieden, meist aber als ein Versagen der "Sophia" interpretiert wird. Daher gibt es im gnostischen Weltbild durchweg keine Erbsünde. Dieser Dualismus wird dann von den verschiedenen Richtungen als entweder primär und unauflöslich oder aber als ein langdauernder, endlich jedoch reversibler Zustand aufgefaßt. Dabei kam es, wie das mittelalterliche Beispiel des Konzils von St. Felix de Caraman 1167 noch zeigt, durchaus auch zu Rivalitäten. Hier wurde durch den Bogomilen Niketas, der die schroff antagonistische Variante des Dualismus vertrat (in manichäischer Tradition) seine Auffassung so überzeugend dargelegt, daß die bis dahin gültige priscillianische von der endlichen Auflösung der Gegensätze verlassen wurde und sich die versammelten Katharer dieser Auffassung anschlossen und sich von ihm erneut weihen, besser wohl umwidmen ließen. Für die moderne Gnosis ist Dualismus nicht mehr maßgebend.

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