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 Die aufgeführten Begriffe sind nicht immer vordergründig gnostische Spezialbegriffe. Desgleichen sind die angeführten Artikel nach Notwendigkeit erstellt, also nicht immer bewußt kurz gehalten. Stichworte, die an anderer Stelle ausführlich behandelt werden, sind durch  und Fettdruck gekennzeichnet. Bei der Behandlung allgemeiner Themen haben wir uns nicht immer an die gängigen Versionen gehalten wenn dies nicht zweckdienlich erschien. Bei im Projekt näher ausgeführten Problemen finden Sie ebenfalls einen Hinweis darauf.
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Wichtige Begriffe
Gandhi, Mohandas Karamchand, (2.10.1869 Porbandar - 30.1. 1948 Delhi) - DIE herausragende Persönlichkeit des indischen Befreiungskampfes, Rechtsanwalt, lebte und praktizierte zunächst in Südafrika, wo er eine starke Anti - Apartheid - Bewegung initiierte und die Grundlagen seiner Strategie des Ahimsa (Gewaltlosigkeit) entwickelte. Nach seiner Rückkehr nach Indien 1914 widmete er sich, zunächst von der Mehrheit der oppositionellen Kräfte ignoriert, der Lösung Indiens vom britischen Kolonialismus, der 1947 mit dem Abschied Mountbattons, des letzten Vizekaisers von Indien, sein Ende fand. Über die Einzelheiten dieses Weges kann man sich aus allgemeinen Lexika und diversen Biographien orientieren. - Die spirituelle Bedeutung Gandhis liegt weniger in tiefschürfenden philosophischen und existentiellen Einsichten - hier war er, obgleich von großer persönlicher Integrität, eher beschränkt und seine Anschauungen haben bei aller Großherzigkeit auch etwas Fanatisches. Sie liegt vielmehr im Beweis der Tatsache, daß auch die Lösung großflächiger und antagonistisch erscheinender Konflikte unter Verzicht auf die Anwendung von Gewalt möglich ist, wenn sich Kenntnis und Konsequenz mit entsprechender Elastizität, aber auch Stringenz verbinden. Gandhi versuchte nicht, Strategien "von oben" elitär zu verordnen, sondern entnahm seine jeweiligen Maßnahmen aus dem Fundus, den ihm das traditionelle Denken der mittleren und unteren Schichten Indiens an die Hand gab. Ebenfalls ist seine Person und ist seine Wirksamkeit der Beweis dafür, daß es zur gesellschaftlichen Relevanz nicht der Protektion durch politische Parteien und Richtungen bedarf. Gandhi hat sich all seine Kontakte zur politischen Klasse selbst geschaffen. Dadurch, daß er sich nicht scheute, auch allein, ohne Lobby, gegen den Strich und im Sinne derer zu handeln, die bedrückt waren. Dabei war seine Haltung auch unter denjenigen, die eine Loslösung Indiens vom Empire für unumgänglich hielten, nicht unumstritten - aber es gab niemanden, der Gandhis eigentlich sehr pragmatisches Vorgehen nicht wenigstens respektiert hätte. - Die indische Kultur ist allerdings über die Intentionen Gandhis hinweggegangen, was ihrem Fortschreiten nicht unbedingt zum Schaden gewesen ist. Gandhi gehört nicht zu den ewigen, er gehört eher zu den bemerkenswerten Erscheinungen.
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Geheimlehren - Lehren oder Meinungen, deren Inhalt nur einem überschaubaren Kreis zugänglich gemacht wurde - und wird. Über die Qualität dessen, was da vermittelt wird, dürfen Zweifel angemeldet werden. Was die antike Gnosis angeht, kann nicht geleugnet werden, daß weite Gebiete dieser Lehre unter das Verdikt "geheim" gefallen sind. Es waren leider vor allem jene Inhalte, die eigentlich einer weiteren Verbreitung zugedacht waren, während sekundäre Bereiche, die als bloße Meinungen einer Geheimhaltung bis zum Erweis ihrer Richtigkeit bedurft hätten, aus Werbegründen ausposaunt wurden. So ist von den im Thomasevangelium angesprochenen universalistischen Lehren in der weiteren Entwicklung kaum mehr die Rede - und dennoch sind bis in die Tage der Katharer Hinweise darauf erhalten geblieben, daß dieses Fundament der Erkenntnis auch im Mittelalter noch den eigentlichen Kern der Seelenführung gebildet hat. So hat es bei den Katharern, die eigentlich eine "Heiligenverehrung" kategorisch ablehnten, eine intensive Thomasverehrung gegeben und selbst die paulinischen Briefe lassen einen Respekt vor dieser Person und ihrem Werk erkennen, der von der späteren christlichen Tradition nicht mehr gedeckt wird; Anhaltspunkte dafür, daß unter und hinter allen Äonenspekulationen und Demiurgentheorien noch etwas anderes präsent war - aber leider nicht in dem Maße und in der Weise, wie es beabsichtigt gewesen war. Millionen Gnostiker (oder solche die sich dafür hielten und in dieser Meinung bestärkt wurden) haben von dieser Lehre niemals etwas vernommen. Es wäre aber gerade wichtig gewesen, daß sie davon erfuhren. Daher war Gnosis als Geheimlehre ein Fehlplanung und weil dem so ist, verzichten wir auf jede Art von Geheimhaltung. Mögen andere, die weniger an Substanz zu bieten haben, weiter dem Ideal einer Geheimhaltung huldigen - wir nicht. Wenn wir nicht alle Fragen von vornherein beantworten können, so sind wir doch jederzeit bereit und in der Lage, sie zu beantworten, wenn sie an uns herangetragen werden. Und das ohne Vorbedingung.
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Geomantie - Auffassung, nach der das Wohlbefinden des Menschen abhängig sei von einem bestimmten Verhältnis zu geologischen Gegebenheiten. Besonders im chinesischen Raum perfektioniert, aber auch in Europa anzutreffen (Kelten und Slawen). Nun ist es sicher so, daß wie der Mensch auf seine Umwelt einwirkt, diese nachweislich in vielfältiger Weise auf ihn einwirkt - Geomantie artet aber leicht in ein System von Selbstzwängen und Affirmationen aus und wird zu einer unerträglichen Fessel. Ich kenne von dieser Leidenschaft Befallene, für die selbst noch die Ausrichtung eines Laternenpfahles oder die Anlage einer Autobahn eine transzendente Bedeutung hat. - Andererseits ist die ästhetische Einwirkung von Landschaft und Atmosphäre auf die Gestaltung des Lebensumfeldes ganz gewiß nicht ohne Bedeutung.
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Gnosis, antike - religiöse, resp. auch spekulativ - religionsphilosophische pessimistische Richtung der Antike, vom ersten bis zum dreizehnten Jahrhundert unter verschiedenen Titeln und mit wechselnden Inhalten und Akzenten gegenwärtig. Sie basiert auf der Lehre des Jeschua, der seinerseits von ägyptischen Vorstellungen stark beeinflußt wurde, hat aber diese Grundlage bereits im ersten Jahrhundert weitgehend verlassen und sich mit anderen populären Vorstellungen verbunden (Platonismus, Pythagoreismus, Mysterienreligionen). Dem lag zunächst die Absicht zugrunde, diese verschiedenen Geistesrichtungen quasi von innen heraus zu jenen Linien zu führen, die für die Lehre des Jeschua kennzeichnend waren, der diese Strategie im Hinblick auf das Judentum selbst praktiziert hatte. Statt dessen wurde die antike Gnosis von den verschiedenen Richtungen weitgehend assimiliert, das betrifft auch das aus ihrem Bestand hervorgegangene Christentum. Nur eine Minderheit von Gnostikern beharrte auf der ursprünglichen Lehre und auch diese übernahm mit der Zeit einige Vorstellungen der Anderen, so die Archonten- und Prinzipienlehre, die sie aber nicht im dualistischen Sinne verstand. Belege dieser Richtung sind unter anderem der Philipperkommentar und die Pistis Sophia, letztere ein sehr spätes Werk. Aufgrund der Tatsache, daß diese Strömung sich wenigstens nominell von Jesus, dem Christus der Christen herleitete und beanspruchte, die ältere und echte Lehre zu vertreten (was oft nur noch sehr ansatzweise der Fall war) löste sie heftige Gegenwehr der Christen aus und wurde ab dem vierten Jahrhundert exzessiv verfolgt. Zur Vernichtung führten diese Verfolgungen jedoch nicht, sondern nur dazu, daß sich die verschiedenen Gruppen entweder in den Untergrund, ins Exil oder in schwer zugängliche Gebiete des Reiches zurückzogen. Die letzten Gläubigen aus traditionell christlich - gnostischen Gemeinden gingen wohl erst im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert in vorprotestantischen und mystischen Gemeinden auf. Elemente der antiken Gnosis haben sich bis in die moderne Philosophie, Belletristik und Psychologie hinein erhalten, da die antike Gnosis mit ihrem grundlegenden Weltpessimismus dem modernen Kulturpessimismus entgegenzukommen schien. Mit der modernen Gnosis hat die antike lediglich den Bezug zur Lehre Jeschuas gemeinsam.
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Gott - in der antiken Gnosis ein ambivalenter Begriff. Er schillert zwischen mystischen, anthropomorphen und ganz und gar apersonalen Vorstellungen. In der heutigen Gnosis ist Gott gleichgesetzt mit dem Sein ohne daß in pantheistischer Weise jede Form dieses Seins auch Gott wäre. Es hat aber alles Existente Anteil daran und existent ist alles, da es Nichtexistenz nicht gibt. Der Mensch, ist zwar keine Schöpfung ö la Genesis, aber entspricht in seinem Wesen dem Willen und der Vorstellung Gottes von sich selbst, nach der Weise: wenn ich konkret wäre, wie wäre ich dann? Die Tatsache, daß der Mensch sich über viele Stufen entwickelt hat und die gesamte kosmische Historie steht dazu nicht im Widerspruch. Das Prinzip der Entwicklung, das bejaht wird, gilt in der Gnosis als Ausgestaltung des "Innenlebens Gottes", der als Unendlichkeit in sich ruht. Aber auch viele andere Entwürfe entsprechen diesem Willen, der umfassend ist und sich aus dieser Universalität heraus auch begrenzen kann. Nur kann er nicht durch etwas begrenzt werden. Die Suche nach einem Ort, an dem Gott sei, ist für den Gnostiker unsinnig, ebenso der Versuch, ihn mittels Vorgaben zu fixieren; er ist also nicht in Gefahr, durch Erkenntnisse der Wissenschaft einen Glaubensschock zu erleiden und die Strategie der Theologen, die Grenzen zwischen Mensch und Gott weiter hinauszuschieben, ist ihm fremd. Natürlich ist mit einem solchen Standpunkt ein Dualismus undenkbar. Es gibt alles und in dem allen gibt es nichts, was nicht aus ihm und in ihm wäre. Irgendwelche besonderen Gesetze oder Vorschriften, die er "persönlich" für die Menschen gemacht haben sollte, sind für Gnostiker ebenfalls eine unannehmbare Vorstellung, dagegen macht es ihm überhaupt keine Schwierigkeiten, den unbegrenzbaren Gott auch in Menschengestalt anzunehmen. Warum sollte, so fragt er, was sein kann, nicht auch irgendwann und irgendwo sein. Gott kann für einen Gnostiker also zugleich fern und entrückt und unmittelbar gegenwärtig sein. Daher versteht er einen Anhänger einer Religion, kann aber dessen Beschränkung auf eine definierte Gottesvorstellung als zudem noch einzig richtige nicht teilen. In der Wiedergeburt wird der ganz eigene Anteil an Gott zum Zentrum seines gesamten Wesens.
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