Autoren:
Suche:
STATISTIK:
|
 |
 Die aufgeführten Begriffe sind nicht immer vordergründig gnostische Spezialbegriffe. Desgleichen sind die angeführten Artikel nach Notwendigkeit erstellt, also nicht immer bewußt kurz gehalten. Stichworte, die an anderer Stelle ausführlich behandelt werden, sind durch  und Fettdruck gekennzeichnet. Bei der Behandlung allgemeiner Themen haben wir uns nicht immer an die gängigen Versionen gehalten wenn dies nicht zweckdienlich erschien. Bei im Projekt näher ausgeführten Problemen finden Sie ebenfalls einen Hinweis darauf.
Lexikon
A B C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
P
Q
R
S
T
U
V
W
X
Y
Z
Wichtige Begriffe
Imhotep - (um 2650 v.u.Z.) Hohepriester des Ptah von Memphis und des Atum-Re von Heliopolis, bekannt und namhaft als Architekt des Fest- und Grabkomplexes von Sakkara sowie als Staatschef des Königs Neterchet, bekannter als "Djoser" - der "Prächtige". (Ägypten, Altes Reich, 3. Dynastie). In der Spätzeit selbst zum Gott erhoben - eine Auszeichnung, die in Ägypten beinahe einzigartig ist und interessante Rückblicke auf die Rolle zuläßt, die Imhotep in den Jahrhunderten bis dahin gespielt hat. Seine tatsächlichen Lebensumstände sind durch die spätere legendarische Ausgestaltung verwischt, von ihm verfaßte Schriften, deren Existenz mehrfach bezeugt wird, sind verloren. Während das Grab des Djoser in der Stufenpyramide ebenso gefunden wurde wie das seines Nachfolgers Sechemchet, ist das Grab des Imhotep bis heute unentdeckt. Ob alle Kulturtaten die er als DER Kulturheros der Ägypter vollbracht haben soll, tatsächlich von ihm stammen, so die Erfindung der Schrift oder der Medizin und des Kalenders, kann umstritten bleiben - belegbar ist aber die Rückführung der sogenannten Theologie von Memphis auf Imhotep durch mehrere Fragmente. In dieser Theologie geht es vor allem um kosmogonische Probleme; auf Imhotep geht die Idee der Schöpfung durch den Geist zurück, die uns im Johannesevangelium als "Schöpfung durch den Logos" wiederbegegnet, wobei diese Passage (Joh.1, 1-5) ein Zitat aus einer Schrift gnostischen Inhalts ist. Demnach kann Imhotep auch als Urvater der Gnosis angesprochen werden.
nach oben
Iroschotten - urchristliche Missionsbewegung, ausgehend von Nordwestengland, später Irland vor der römisch - christlichen Mission. Die sogenannten Iroschotten (der Name ist späterer Herkunft, ihre Selbstbezeichnung war anders) lebten in Kommunitäten (nicht Klöstern) , wo sie verschiedenen Tätigkeiten nachgingen. Teilweise erreichten diese Kommunitäten beträchtlichen Umfang. Von ihnen aus begaben sich besonders qualifizierte und ausgebildete Männer (und Frauen) auf weite Missionsreisen, die sie bis in den Norden und Osten Europas führten, insbesondere aber in die Gebiete Mitteleuropas. So wurden die Gebiete, die heute zu Deutschland gehören, bereits lange vor der Mission des Willibald (Bonifatius) von urchristlichen Missionaren infiltriert. In Thüringen, Sachsen - Anhalt, Österreich und Bayern sowie in der Schweiz bestanden diese Traditionen noch lange nach dem Obsiegen der Bonifatiusmission weiter. - Über den gnostischen Hintergrund des iroschottischen Christentums bestehen heute kaum noch ernsthafte Zweifel - zu deutlich sind die Übereinstimmungen dessen, was wir von ihrem Konzept noch wissen mit der gut dokumentierten Praxis der antiken und mittelalterlichen gnostischen Schulen. Interessant in diesem Zusammenhang ist aber die Tatsache, daß die katholische Mission niemals versucht hat, diese Richtung mit Gewalt zu eliminieren. Überall bestanden die Kommunitäten weiter neben den katholischen Instituten und wurden als gleichberechtigt respektiert, ein singulärer Fall in der Kirchengeschichte. Erst nach und nach gingen die Kommunitäten im Benediktinerorden auf - als eigene, iroschottische Fraktion (Regensburg, Sankt Gallen, Erfurt und anderswo). In der laizistischen Frömmigkeit blieben iroschottische Elemente in manchen Gebieten bis ins sechzehnte Jahrhundert bestehen. - Über den Grund dieser erstaunlichen Toleranz kann man nur mutmaßen. Wahrscheinlich hatten die Iroschotten eine Legitimation, die sogar die katholische Kirche anerkennen mußte und sie konnten diese auch nachweisen. Die einzig mögliche Legitimation in den Augen der Kirche ist aber die genaue Kenntnis der Lehre Jesu, was nicht unbedingt mit der Akzeptanz des kirchlichen Kanons gleichzusetzen ist; auch die katholischen Würdenträger jener Zeit wußten noch, was sie verborgen hatten und kannten dessen tatsächlichen Wert. Und es ist durchaus vorstellbar, daß (solche Konferenzen haben stattgefunden) die Iroschotten gedroht haben, gewisse unleugbare Informationen öffentlich zu machen, falls man ihnen nicht willfahrte.
nach oben
Isis - populärste ägyptische Göttin der Spätzeit. In ihr vereinigen sich Züge aus der gesamten weiblichen Mythologie Ägyptens sowie auch aus der Thronideologie. In der Urform (bereits im AR) war Isis eine Manifestation des Königsthrones und rangierte als eine der Schutzgottheiten, von denen der König im Ritus umgeben war. Die Verbindung der Isis mit dem Vegetationsmythos des Osiris erfolgte relativ spät und erreichte erst im Neuen Reich wirklich Popularität. Während die älteste Schicht der ägyptischen Großen Göttinnen (Nut, Neith, aber auch Sachmet) mehr und mehr in den Hintergrund traten (Sachmet als letzte zugunsten der Bastet) vereinigte Isis Züge der Mut, der Hathor, der Nechbet und Seschat, aber auch der Maat auf sich. In dieser kombinierten Form wurde Isis im römischen Reich weithin angenommen, so daß ihr Kult zu den antiken Volksreligionen zu zählen ist, aus denen das Christentum eine Vielzahl von Formen und Bräuchen, aber auch von mythologischen Vorstellungen in seine Lehre übernommen hat. Isis wurde besonders bedeutend für die Einführung der Maria in den christlichen Kult. - Die Reduktion der ägyptischen Religion auf Isis und Osiris, wie sie in vielen esoterischen und okkulten Gruppen stattfindet, ist kulturhistorisch wie religionsgeschichtlich unzulässig. Sie wurde vermittelt durch die Auffassung von ägyptischer Religion, die im achtzehnten Jahrhundert durch die Protagonisten der Freimaurerbewegung vermittelt wurde. Diese Auffassung wurde dadurch gestützt, daß im achtzehnten Jahrhundert zunächst die offenliegenden Artefakte meist spätzeitlichen und griechisch - römischen Ursprungs studiert und erforscht wurden und dadurch, daß die antike Literatur außer von Isis und Osiris kaum etwas von den ägyptischen Göttern wußte. In der römischen Zeit fand auch Eingang ins Denken der alten Gnosis - als eine Definition des Zweiten Prinzips einer Allgottheit weiblicher Provenienz.
nach oben
Islam - eine auf Mohammed ibn Abdallah zurückgehende Religion aus dem 7. Jahrhundert u. Z. Mohammed verkündete diese Religion infolge mehrerer Offenbarungsvisionen, die an ihn ergangen waren, in seiner Heimatstadt Mekka, fand dort aber wenig Zustimmung und viel Anfeindung, weshalb er nach Jahtrib an der Küste des Roten Meeres auswanderte. Dort gelang es seinem politischen Geschick, die verfeindeten Sippenverbände der Aus und Chazradsch miteinander zu versöhnen und zur Annahme des Islam zu bewegen - es folgten andere, meist beduinische Stämme. Jahtrib, das er in Al Medinat (arabisch Die Stadt) umbenannte, wurde seine dauerhafte Residenz, wo er auch verstorben ist. Es gelang ihm aber an der Spitze eines Beduinenheeres auch Mekka zu erobern, das er zum religiösen Mittelpunkt des Islam erklärte, nachdem diese Rolle zuvor Jerusalem zugefallen war. Da Mohammed den Eroberungskrieg als "heiligen Krieg gegen Ungläubige" sanktionierte, wodurch Stammesfehden die Bedeutung von Missionszügen erhielten, wurde der Islam noch zu Mohammeds Lebzeiten bis nach Ägypten und an die Grenzen von Byzanz verbreitet. Dies wurde möglich, da Mohammeds Religion, handlich gestaltet, geeignet war, die verschiedenen Nomadenstämme und Stadtregimenter zu vereinen ohne deren Charakteristika zu eliminieren - Mohammeds Leistung ist vielleicht weniger die eines charismatischen Religionsstifters als die eines Gesellschaftsreformers. Daß er dennoch eine charismatische Persönlichkeit gewesen ist, wird durch zeitgenössische Berichte belegt, an deren Authentizität zu zweifeln kein Grund besteht. Näheres vor allem über die theologischen Intentionen des Islam im Projekt. - Der Islam als die einzige Religion, die eine nachweislich historische Persönlichkeit zum Stifter hat, ist heute eine der großen Weltreligionen und überall verbreitet. Es existieren mehrere Varianten des Islam, die sich aber alle auf den Koran als theologische Grundlage beziehen und die "fünf Säulen" des Islam für sich akzeptieren als da sind: (1)das Gebetsritual,(2) die Wallfahrt nach Mekka, (3)die "Almosensteuer",(4) das Bekenntnis zum einen und einzigen Gott und seinem Propheten, sowie (5) die Respektierung des Koran als "Offenbarung Gottes". Dabei stehen folkloristisch - exotische Varianten neben sehr zeitgemäßen Interpretationen. Idealform des Islam ist die "Umma" die weltumfassende Gemeinschaft aller Gläubigen unter dem Koran, in der Klassen-, Volks oder Rassenschranken, aber auch Unterschiede des Geschlechtes nicht existieren, die aber im zivilen Leben durchaus anerkannt werden.
nach oben
|