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 Die aufgeführten Begriffe sind nicht immer vordergründig gnostische Spezialbegriffe. Desgleichen sind die angeführten Artikel nach Notwendigkeit erstellt, also nicht immer bewußt kurz gehalten. Stichworte, die an anderer Stelle ausführlich behandelt werden, sind durch  und Fettdruck gekennzeichnet. Bei der Behandlung allgemeiner Themen haben wir uns nicht immer an die gängigen Versionen gehalten wenn dies nicht zweckdienlich erschien. Bei im Projekt näher ausgeführten Problemen finden Sie ebenfalls einen Hinweis darauf.
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Wichtige Begriffe
Neues Testament - Sammlung griechischer Schriften, Grundlage des Christentums. Veranlaßt wurde die Sammlung in der Mitte des zweiten Jahrhunderts durch die Gründung der markionitischen Kirche, abgeschlossen war sie etwa im fünften Jahrhundert. Kern der Sammlung sind die vier Evangelien. Daneben steht eine - in Einzelzügen zwar historisch zuverlässige, aber an anderer Stelle auch stark legendarisch gefärbte - Geschichte einer Gruppe des frühen Christentums, die sich auf den Missionar Paulus berief. Als theologischer Bestand steht neben diesem eine Sammlung von Lehrbriefen, die teils originale Bestandteile aus der Feder des Paulus, teils ihm zugeschriebene, teils aber auch Briefe und Pseudobriefe anderer Autoren (sogenannter Eponmyen) enthält. Abgeschlossen wird die Sammlung durch eine der wenigen erhaltenen christlichen Apokalypsen, die unter dem Namen des Johannes zur Zeit des Diokletian verfaßt worden ist (im vierten Jahrhundert).
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Neugnosis, neugnostisch - im Unterschied zur modernen Gnosis, die völlig selbständig den verschiedenen Traditionen gegenübertritt, ist die sogenannte Neugnosis dadurch gekennzeichnet, daß sie sich wesentlich und vor allem dogmatisch am Bild der antiken Gnosis orientiert. Im gesamten Spektrum der Gnosis stellt sie den konservativ-romantischen Teil. Daß einzelne Topoi der Gnosis auch hier vertraut sind, bedingt keinen freien Umgang mit ihnen, sondern bedeutet lediglich eine formelhafte Übernahme. Nicht kritische Analyse der verschiedenen antiken Vorstellungen ist hier gefragt, sondern ein regelrechter Glaube an diese Vorstellungen, der wie in allen Religionen nicht hinterfragt werden darf und schon gar nicht relativiert. Typisch für neugnostisches Denken ist eine große Fabulierlust. Da das System im Großen dogmatisch festgelegt ist, erstreckt die auch hier geübte Praxis des Erkennens sich auf eine Erkundung in der horizontalen Ebene, das heißt, es wird an Einzelheiten und an Fragmenten gearbeitet, während die wesentlichen Felder der Erkenntnis unbeackert bleiben. An dieser Stelle treten Glaubensinhalte für die existentiellen ein. Die Welt wird nicht eigenständig erforscht, sondern nach Vorgaben interpretiert, die den antiken Systemen entlehnt sind und die man wiederfinden will. Da man sie an vielen Stellen so nicht wiederfinden kann, weil Wirklichkeit und Geschichte denn doch auseinanderklaffen, kommt es vielfach zu Fehlinterpretationen so im Begriff des Lichtes, aber auch unter dem Begriff der Selbstfindung wird eigentlich das Hineinfinden in die gegebenen Inhalte verstanden und nicht die rückhaltlose und auch rücksichtslose Erkundung der eigenen Beschaffenheit. Desgleichen findet eine Wertung der sogenannten transzendenten Phänomene statt, die sich statt am Befund selbst an geläufigen Denkmustern und Traditionsinhalten orientiert und so öfter als zu regelrechten Erkenntnissen zu einer Mischung aus Mythologie und Theologie, aber auch magischen Vorstellungen führt. Ein gutes Beispiel sind die Ahriman - Luzifer - Mythen in der Anthroposophie, aber auch die verschiedenen Inkarnationsfabeln daselbst und in der Theosophie, sowie die Verbindung antik gnostischer mit esoterischen Vorstellungen. Die starke Orientierung auf das Traditionsgut bedingt auch eine intensive Beschäftigung mit dem altgnostischen Material, das aber ganz und gar unkritisch angenommen und nicht wie in der modernen Gnosis eingehend kritisch gewichtet wird. So sind die norwegischen und auch die italienischen neugnostischen Bewegungen denn auch eher nach kirchlichem Muster organisiert und philologisch - theologisch orientiert, während die deutschsprachigen und amerikanischen eher in die esoterische Richtung zielen. Neugnostische Bewegungen kleineren oder auch größeren Umfanges gibt es inzwischen weltweit ohne daß von ihnen nennenswerte existentielle Impulse ausgegangen wären. Sie führen allesamt mehr eine exklusive und kontemplativ ausgerichtete Lebensweise vor. Das bedingt auch, daß Kontaktaufnahmen sich sehr schwierig gestalten - die Herrschaften möchten in ihrer Meditation nicht durch irgend etwas gestört werden und sich so weit wie möglich von der "bösen" Welt entfernt halten. Der alte Auftrag der Gnosis, vor allem diskursiv zu sein und in möglichst vielen Lebensbereichen präsent, ist ihnen irgendwie abhanden gekommen.
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Nichts - hypothetischer Begriff für die Benennung noch nicht benannter und gestalteter Bereiche des Geistes. Ein definitives Nichts im Sinne von Nichtexistenz gibt es nur in Bezug auf konkretisiertes und nicht konkretisiertes Sein, aber nicht in Alternative zu diesem. Alle Philosophien und Religionen, die ein solches absolutes Nichts nachzuweisen suchen, müssen das Motiv hierzu in ihrer eigenen Struktur suchen. Faktisch ist es nicht vorhanden.
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Nostradamus - (1503 - 1566) berühmter französischer Astrologe und Hellseher, kam zum Bewußtsein seiner Fähigkeiten durch die Vorschau auf den Unfalltod Heinrichs II von Valois im Turnier, die er der Königin Katharina unverlangt zukommen ließ. Sie zog ihn in den Umkreis der französischen Politik. Seither wurde er von Katharina, die für ihre Kinder verschiedene Regentschaften führte, wiederholt befragt. Inwieweit, wie mitunter behauptet wird, die in mehreren Bänden niedergelegten Prophezeiungen des Nostradamus Ereignisse bis in unsere Zeit betreffen, ist zweifelhaft - die Absicht des Nostradamus, dies zu tun, ist allerdings evident. So bezieht er selbst seine Voraussagen bis in das dritte nachchristliche Jahrtausend hinein. Vor dem Vorwurf der Falschvoraussage, die nicht nur seine politische Karriere, sondern auch seine leibliche Existenz beenden konnte, schützte er sich, indem er seine Vorhersagen verschlüsselt und mehrdeutig gab. So beziehen sich die als messianische Verheißung verstandenen Chiren - Prophezeiungen eindeutig auf den Thronprätendenten und späteren französischen König Henri IV Bourbon von Navarra, mit dem der Abkömmling getaufter Juden wegen dessen offen zur Schau getragener Toleranz in religiösen Dingen sympathisierte. Henri ist bekanntlich 1610 ermordet worden, kommt also als messianischer Weltherrscher nicht in Betracht. Aber auch in anderen Fällen haben spätere Generationen Nostradamus immer wieder überinterpretiert, was durch die Mehrdeutigkeit der Verse allerdings begünstigt wird. Hinzu kommt, daß politische Konstellationen nicht allzu vielseitig sind und also in verschiedenen Epochen immer wieder auftreten. - Von seiner psychischen Kondition her ist Nostradamus "der" Hellseher par excellence, denn sein Ichbewußtsein ist mehr als unterentwickelt, wenn er sich in seinem Vorwort zur Herausgabe seiner Prophetien als "den größten aller Sünder" bezeichnet, was er so wenig wie jeder andere Mensch gewesen ist. Seine Einstellung zu seiner Fähigkeit ist ebenfalls für Hellseher typisch, wenn er jeden Anteil seines Selbst an seinem Tun zurückweist.
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