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Die aufgeführten Begriffe sind nicht immer vordergründig gnostische Spezialbegriffe. Desgleichen sind die angeführten Artikel nach Notwendigkeit erstellt, also nicht immer bewußt kurz gehalten. Stichworte, die an anderer Stelle ausführlich behandelt werden, sind durch und Fettdruck gekennzeichnet. Bei der Behandlung allgemeiner Themen haben wir uns nicht immer an die gängigen Versionen gehalten wenn dies nicht zweckdienlich erschien. Bei im Projekt näher ausgeführten Problemen finden Sie ebenfalls einen Hinweis darauf.



Lexikon


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Wichtige Begriffe




Welt - für die alte Gnosis der Inbegriff alles Schlechten und Bösen, ein kosmischer Unfall, entstanden aus der Unkenntnis und Unfähigkeit des Demiurgen. Um das entstandene Leben nicht elend zu lassen, hat der "gute Gott" dann den Soter geschickt, der die Menschen über ihre Situation aufklären und veranlassen sollte, ihre wirkliche Heimat zu finden. Daneben steht die Version einer absichtsvollen Gegenschöpfung des Demiurgen, der sich für den einzigen Gott hielt - was spätestens dann eine widersprüchliche Version wird, wenn der Demiurg, um seinen Geschöpfen Leben zu verleihen auf den "göttlichen" Lichtfunken zurückgreifen muß, den er aber erst rauben muß. Dieser Lichtfunke bedingt nun, daß die Menschen gegen den Demiurgen aufbegehren und unter ihm leiden, weshalb der immer strengere und kältere Gesetze erläßt um sie zu halten. Er bedingt aber auch, daß sich die höheren Sphären für die neue Sorte Leben interessieren, Fortgang siehe Version eins. Gedeckt ist diese Haltung durch ein asketisches Verständnis von einigen Thomassprüchen. Es ist ja auch gelungen, aus Thomas 114 und anderen eine Hochschätzung Jesu für die Homosexualität und Transsexualität abzuleiten, also warum nicht auch dies. - die Aussage des Thomasevangeliums hierzu ist aber lediglich der Hinweis, in den Dingen dieser Welt nicht aufzugehen, sie als das zu sehen, was sie sind, nämlich Bilder und Abbilder, die an und für sich das Leben, das wir ihnen zubilligen nicht haben. Sich ihrer zu entledigen ruft Jeschua nicht auf - nur die geistige Distanz ist ihm wichtig - und uns auch. Man soll sich um all das nicht zerfetzen, es ist es nicht wert - wert ist nur eins: die vollwertige eigene Existenz. Daß die Welt von einem bösen Demiurgen geschaffen worden sein könnte, kommt Jeschua nicht in den Sinn, weil er es besser weiß und dergleichen Konstruktionen zu seiner Zeit noch völlig unbekannt waren, so daß nicht einmal eine Polemik hier steht. Näheres im Projekt.


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Wiedergeburt - nicht zu verwechseln mit Reinkarnation. Reinkarnation ist die stetig oder in unregelmäßigen Abständen stattfindende Wiederverkörperung eines Wesens - hierüber existieren im Einzelnen unterschiedliche Vorstellungen, die insgesamt zur Weltkultur gehören und zu akzeptieren sind, auch wenn man sie nicht teilt. Wiedergeburt ist die völlige geistige Veränderung eines Menschen, auf die die Lehre von der Erkenntnis hinzielt. Diese Veränderung erfolgt mitten im Leben und auf sehr verschiedene, dem Temperament und dem Charakter des Einzelnen angemessene Weise. Allen gemeinsam ist aber das unmittelbare und spürbare Erleben einer Zäsur, die einem Sterben zumindest gleichkommt. Die äußeren Parameter eines Menschen - Körper, Biographie, soziale Bindungen - verändern sich nicht, seine inneren aber radikal. Auf Grund der Verschiedenheit menschlicher Existenz ist es nicht möglich, eine einzige verbindliche Technik zu propagieren, mit der dieses zu erreichen wäre. In Ägypten hat man eine solche Technik versucht; man versuchte, eine Art von tiefem Koma herbeizuführen, entweder durch meditatives Training oder auch durch Zuhilfenahme von Rauschmitteln - was sich als äußerst riskant herausstellte und viele angehende Priester auch tatsächlich das Leben gekostet hat. Jeschua hat in seiner Lehre diese Technik reformiert indem er sie völlig vergeistigte. Heute muß in der Wiedergeburt niemand mehr sterben, dennoch ist sie erfahrbar geblieben - sie ist kein Idealziel gleich einem Paradies, sondern ein erreichbarer und dann auch dauerhafter Zustand. Auf der einen Seite ist sie Finalstadium, auf der andren aber Ausgangspunkt für weitere Schritte. Für die alte Gnosis war sie das Maximum dessen, was man erreichen konnte; viele "Wiedergeborene" nahmen sich denn auch, da sie von den weiteren Schritten nichts wußten, das Leben. Der durchschnittliche Grad, bis zu dem man vorwärts schritt, war das Einswerden - auch viele Lehrer der Gnosis gingen nicht weiter und für die Gläubigen trat immer mehr der sakramentale Vollzug an die Stelle des existentiellen. In der weiteren Praxis begnügten sie sich dann mit einem anständigen und möglichst bedürfnislosen Leben - was überhaupt nicht Sinn von Erkenntnis ist, da Erkenntnis auch Bedürfnisse zu kennen lehrt und Armut nicht als Vorzug sieht.


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Woodoo – auch "Wudu" aus der Stammesreligion der Joruba stammende Religion der Süd- und Nordamerikaner afrikanischer Herkunft. Verbreitet ist Woodoo vor allem in Brasilien und in den USA, aber es gibt auch europäische Gemeinden, die aus ansässigen Afrikanern und Amerikanern, aber auch zunehmend aus Europäern bestehen. - Im Kern ist der Woodoo eine magische Naturreligion. Das gesteigerte Interesse, das der Woodoo auch unter Angehörigen der oberen Klassen findet, ist wohl in erster Linie zurückzuführen auf dessen Praxis des Schadenszaubers. Man versucht einander eben anzutun was man irgend kann. Und man hofft, der Ruf, den der Woodoo in dieser Hinsicht besitzt, werde suggestiv das Seine zum Ruin des konkurrierenden Zeitgenossen beitragen - auch wenn es faktisch nicht viel beizutragen gibt. Per se sind diese Tricks und Riten zwar eindrucksvoll und auch kostspielig (ein weiterer Grund für ihre Beliebtheit in den oberen Klassen), ihr de facto Gehalt ist aber, wie ich mich überzeugen konnte, gleich Null. Es ist ein Gespinst von suggestiven Andeutungen, das ein Klima für selffulfilled prophecies schafft. Der Woodoo gehört als Naturreligion zu denjenigen Strömungen, die exzessiv Drogen benutzen und die Trance als Sakrament betrachten. Im Gegensatz zu den subjektiv suggestiven Wirkungen der verschiedenen Riten sind die Verabreichungen diverser Gifte also im kriminellen Sinne ernst zu nehmen. Die angeblichen Querverbindungen zwischen Woodoo und katholischer Religion sind mehr als oberflächlich und existieren in dieser Form in allen Gebieten dieser Erde, in denen einst der katholische Glaube zwangsweise und formal verbreitet wurde. Die verbreitete Legende, daß die Woodoopriester die Fähigkeit und das Material besitzen, einen Menschen in ein todähnliches Koma zu versetzen und dann unter weiteren Drogen als Zombie mit stark abgeschwächten Intelligenzfunktionen zu instrumentalisieren gehört vielleicht ins Reich der Fabel; andererseits ist die Erzeugung eines todähnlichen Komas aus anderen Religionen, darunter der ägyptischen belegt ( wobei nicht zu vergessen ist, daß es sich bei beiden um afrikanische Religionen handelt). Zudem ist Giftmischerei sicher keine magische Fähigkeit. - Es gibt aber auch eine andere Seite des Woodoo, die nur leider den weißen Klienten für Schadenszauber meist entgeht - nämlich ein bezauberndes Spektrum polytheistischer Religiosität inmitten der "christlichen" Einflußsphäre. Hier hat jeder Gläubige zu seinem Orischa, wie die Götter des Woodoo genannt werden, eine sehr persönliche Beziehung, die sich in entsprechender Frömmigkeit ausdrückt. Man lebt, anders als der Christ, auf sehr vertrautem Fuße mit dem Gott, den man sich erwählt hat. Zwar kann man die Dienste von Priestern in Anspruch nehmen und tut das auch, aber man ist es gewöhnt auch ganz eigene Kultformen zu entwickeln. Dieses Moment finden wir in allen polytheistischen Konzepten wieder. Daneben trifft man sich zu allgemeinen Riten, die zugleich den Charakter feierlicher Zeremonien und den eines ausgelassenen Volksfestes haben. Daß dabei Opfer und Tanz eine wesentliche Rolle spielen und auch die Ekstase nicht zu kurz kommt, liegt im Wesen der Naturreligionen.

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