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Die aufgeführten Begriffe sind nicht immer vordergründig gnostische Spezialbegriffe. Desgleichen sind die angeführten Artikel nach Notwendigkeit erstellt, also nicht immer bewußt kurz gehalten. Stichworte, die an anderer Stelle ausführlich behandelt werden, sind durch und Fettdruck gekennzeichnet. Bei der Behandlung allgemeiner Themen haben wir uns nicht immer an die gängigen Versionen gehalten wenn dies nicht zweckdienlich erschien. Bei im Projekt näher ausgeführten Problemen finden Sie ebenfalls einen Hinweis darauf.



Lexikon


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Wichtige Begriffe




Zahlenmystik - linguistisch - mathematisches Phänomen, das auf der Tatsache beruht, daß Zahlen in einigen Alphabeten zugleich auch Zahlzeichen sind. Im europäischen Raum trifft dies nur auf zwei Alphabete zu: das hebräische (althebräische) und das (alt)griechische. Inwieweit diese Zahlenunterlegung authentisch ist, kann nicht mehr erwiesen werden, aber die Unpraktikabilität des Rechnungsmodus, der sich hieraus ergibt, ist wohl kein ausreichender Gegenbeweis. Indessen diente die Zahlenunterlegung wohl auch eher chronologischen als mathematischen Notwendigkeiten - gerechnet wurde meist nicht mit diesen Wortzahlen, sondern mit einer Art Abakus, sowie mit einem Strichsystem, aus dem sich u.a. das römische Zahlensystem ableitet. Die Tatsache, daß sich auf diese Weise geschriebener Text in Zahlen ausdrücken läßt, hat Mystiker und Okkultisten veranlaßt, mit diesen in Zahlen ausgedrückten Wörtern Berechnungen anzustellen und diese Berechnungen, teilweise sehr willkürlich, zu interpretieren. Besonders degoutant werden solche Methoden dann, wenn das benutzte Alphabet wie das lateinische keine Zahlenwerte intendiert. Auch auf das Altägyptische läßt es sich nicht anwenden, ebensowenig auf das Sanskrit und das Arabische, da diese Sprachen separate Zahlsysteme außerhalb ihrer Schrift haben. Insgesamt kann man alle Zahlenmystik von vornherein ins Gebiet des Unseriösen verweisen - daran ändert es auch nichts, daß man sich seit der Antike daran versucht. Die Rechenarten in der Zahlenmystik erschöpfen sich in den Grundrechenarten, wobei die Arbeit mit Quersummen eine entscheidende Rolle spielt, die dann untereinander verrechnet werden. Aus dem erzielten Resultat wird dann wiederum versucht, eine sprachlich bestimmbare Form zu gewinnen - was nicht immer gelingt. Oft stehen dann solche errechneten Unwörter als neue Instrumente für weitere mystische Spekulationen zur Verfügung, einer Spekulation, der uferlos und in jede beliebige Richtung Tür und Tor geöffnet ist. Berühmte Beispiele für solche recht kruden "Beweisreihen" sind die sogenannten Pyramidenspekulationen, aber auch die aus der alten Gnosis mitüberlieferten Zahlenspiele des Markos und des Valentin. Jüngstes Beispiel hierfür ist der sogenannte Bibelcomputer. Daneben spielt die Zahlenmystik heute noch in vielen esoterischen und religiösen Gemeinschaften eine Rolle. Die angebliche Zahlenmystik in der neutestamentlichen Offenbarung ist wohl eher eine kryptische Schreibweise, die von den betreffenden Zeitgenossen ohne weiteres verstanden wurde. - Zahlenmystik ist als solche auch zu unterscheiden von bestimmten, wiederkehrenden und unterschiedlichen Zahlenkonstellationen, die in verschiedenen Kulturen eine jeweils verschiedene Rolle bei der Verständigung über spirituelle Phänomene spielen. So beruht die mittelalterliche Zahlenkombinatorik wie sie vielfach in der Architektur und Musik sichtbar wird, nicht auf Mystik, sondern auf solchen, allgemein bekannten, Topoi. Zahlenmystik zielt im Gegensatz zu dieser Zahlensymbolik nicht auf die (bekenntnismäßige und homiletische) Darstellung von Inhalten, sondern auf die Entschlüsselung sogenannter Geheimnisse, was dann meistens in neue Geheimnisse mündet und zu einer "Schraube ohne Ende" führen kann, samt der daraus entstehenden intellektuellen und emotionalen Verwirrung.


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Zeugen Jehovas - rigide biblizistisch - fundamentalistische Sekte. Neben näheren Auskünften im Projekt ist hier eine Neuigkeit zu melden - die Zeugen Jehovas sind nach einer hundertjährigen Karriere als apokalyptische Sekte dabei, sich in eine auf Dauer angelegte Kirche zu verwandeln und im Augenblick befinden sie sich in einer Umbruchsituation, was durch beinahe vierzehntägige Lehränderungen deutlich wird. Man kann gespannt sein, was daraus wird und wer die Probleme noch einmal in situ studieren will, die einst das Christentum mit dem Ausbleiben der Parusie hatte, der findet hier ein kostbares Objekt.


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Zoroastrismus - Religion des alten Persien, heute als Parsentum noch bestehend. Stammt ab von der Religion zentralasiatischer Hirtennomaden, der sogenannten Arya, die den Grundstock der antiken persischen Reiche bildeten und im ersten Jahrtausend ante nach Indien eindrangen, das sie zu kolonisieren begannen. In Indien nahm ihre Religion dann eigene, wenn auch zunächst eng verwandte Züge an (siehe die Hymnen des Rigveda). Das Konzept geht aus von einem Weltbild, in dem Unzulänglichkeit der menschlichen Existenz und deren gleichzeitige Sehnsucht nach Vollkommenheit ins Universale überhöht werden, indem zwei Götter, Ahriman und Ormazd (Ahura Mazda) als einander gleichwertige Repräsentanten beider Zustände einander gegenübergestellt werden. Aus ihrem ewigen Ringen miteinander entstehen die Geschehnisse in der Welt. Beiden steht bei diesem Ringe eine Vielzahl ebenfalls göttlicher Mitarbeiter zur Seite, die jeder für sich ein eigenständiges Ressort verwalten und Anspruch auf Verehrung haben. Der Mensch tritt mit ihnen durch die Elemente in Verbindung, mit Ormazd durch das Feuer, das der Hauptgegenstand der zoroastrischen Religion ist. Allerdings verehren die Parsen das Feuer nicht, wie gelegentlich behauptet um seiner selbst willen, sondern als Abbild der Eigenschaften des Guten Gottes. Dabei ist das Verständnis dieser Verehrung durchaus magisch - primitiv. Zoroaster - Zarathustra gilt als der Organisator dieser Religion, der sie dogmatisierte und kultisch neu verfaßte. Auf ihn geht die Zusammenfassung der Grundlagen dieser Religion im Zend - Avesta, dem noch heute heiligen Buch der Parsen zurück.

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